Das Recyclingunternehmen Stork nimmt bei einem Erörterungstermin Stellung zu seinen Plänen für eine neue Lagerhalle u.a. für gefährlichen Abfall am Rande Rothensees.

Rothensee/GewerbegebietNord l Eine Handvoll Rothenseer Bürger war zu dem Termin gekommen, um im Namen der vielen Unterzeichner der Einwände gegen das Ausbauprojekt, Geschäftsführer Bernd Stork ins Kreuzverhör zu nehmen. Er hatte im Rahmen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchg) beantragt, auf dem bestehenden Firmengelände am nördlichen Ende des Gewerbegebiets Nord eine neue Lagerhalle für u.a. bis zu 4400 Tonnen gefährlichen Abfalls errichten zu dürfen.

Das trieb die Sorgenfalten auf die Stirn vieler Anwohner der Ortslage Rothensee angesichts möglicher Einflüsse durch Gerüche oder Schlimmeres. Insgesamt 262 Einwender meldeten nach Bekanntwerden der Pläne ihre Zweifel an. Bei dem sogenannten Erörterungstermin konnten sich nun Antragsteller und Skeptiker im Rahmen des Genehmigungsverfahrens austauschen.

Logistik soll durch neue Halle vereinfacht werden

Und laut Bernd Stork müssen sich die Rothenseer keine Sorgen machen. Das Material, das in der neuen Halle deponiert werden soll, wird bereits jetzt schon transportiert. Doch bislang muss es für den Umschlag auf ein Schiff auf einmal mit zahlreichen Lkw herangefahren werden. In der neuen Halle könnte es über einen längeren Zeitraum bis zum Verladen zwischengelagert weren. In erster Linie soll damit also die Logistik des Unternehmens vereinfacht werden.

Auch Schwerlastverkehr mit dem Stork-Schriftzug werde es im Ort nicht mehr geben, erklärte der Geschäftsführer weiter. Den habe es zwar in der Vergangenheit durchaus gegeben, aber nur weil man an den Bahngleisen für die DB im Einsatz war. Jetzt fahre man über die Autobahn und den Glindenberger Weg, so Stork. "Ein Lkw von uns wird nicht mehr zu sehen sein", versprach er.

Auch Ängste darüber, was auf den Lkw Gefährliches transportiert werden könnte, seien für Norbert Müller, bei Stork für die BImSchg-Genehmigungen zuständig, zwar verständlich, aber ebenfalls unbegründet. "Wir wissen immer, was kommt", sagte er. Der Absender muss vorher immer analytisch prüfen, welche Stoffe im Abfallprodukt enthalten sind. Das wird an die zuständige Genehmigungsbehörde übermittelt. Erst wenn die ihr O. K. gibt, darf der Lkw auf das Stork-Gelände rollen. "Da kommt kein Haufen Quecksilber", erklärte Norbert Müller.

"Unsere mineralischen Abfälle riechen nicht"

Zum Thema Gerüche erklärte Bernd Stork, dass es "diese in Rothensee gibt, die sind aber definitiv nicht von uns". Das sind größtenteils mineralische Abfälle und "die riechen nicht", sagte er. Zudem sei die geplante Halle gut isoliert. Die Gefahr durch Staub würde durch mobile Wassernebelkanonen gebannt, die diesen zwar binden, aber nicht verschlammen, so Norbert Müller.

Dass Überreste ins Grundwasser gelangen könnten, soll durch reichlich Beton und isolierende Spezialfolie verhindert werden. "Da kann nichts durchsickern", sagte Müller.

Zum sensiblen Thema Hochwasserschutz erinnerte Bernd Stork an den vergangenen Juni, als seine 230 Mitarbeiter das Firmengelände am Hansehafen 32 erfolgreich verteidigen konnten. Die neue Halle werde zudem 43 Zentimeter über der Hafenkante errichtet. Weitere Maßnahmen seien deshalb nicht geplant.

Der Gebrauch von mobilen Maschinen zur Bearbeitung der Abfallprodukte wird defitiniv nur in der Halle stattfinden. Dafür wird es keine andere Genehmigung geben, bestätigte auch Marita Rienecker vom zuständigen Referat im Landesverwaltungsamt, das den Stork-Antrag derzeit prüft.

Wann dessen Entscheidung über die Genehmigung des Antrags fallen wird, ist offen. "So schnell wie möglich", sagte Marita Rienecker auf Nachfrage nur.

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