Magdeburg l Blüht er nun doch langsam auf, der Nordabschnitt des Breites Wegs? Lange war die etwas zu breit geratene Fußgängerzone zwischen Uni-Platz und Ernst-Reuter-Allee das Sorgenkind von Magdeburgs Stadtplanern: Nur schwer zu entwickeln und noch schwerer zu vermarkten, das war der Ruf, den die Straße vor sich herschleppte.

Mit dem Katharinenturm scheint sich jetzt endgültig eine Wende zu vollziehen. "Es ist das modernste und attraktivste Bürogebäude der Stadt", schwärmt Aengevelt-Immobilien in einer Pressemitteilung. Das Unternehmen hat jetzt erst wieder eine Rechtsanwaltskanzlei für den Katharinenturm begeistern können. Damit sei das Gebäude bereits zu 90 Prozent vermietet.

"Stimmt", sagt Heinrich Sonsalla, Chef der städtischen Wobau, die für mehrere Millionen Euro aus dem "Haus der Lehrer" den "Katharinenturm" gemacht hat. Und für die restlichen zehn Prozent gebe es ebenfalls Interessenten und konkrete Verhandlungen. Damit ist das Konzept der Wobau für den Katharinenturm aufgegangen. Mehr noch. "Das Interesse am Nordabschnitt hat deutlich zugenommen, wir haben jetzt viel mehr Anfragen nach Gewerbeflächen für dieses Areal", sagt Sonsalla. Der Katharinenturm habe das Interesse am Nordabschnitt deutlich gesteigert. "Jetzt geht es darum, durch einen guten Branchenmix auch Nachhaltigkeit zu erzeugen." Sonsalla denkt an eine gute Mischung aus Geschäften, Büros und Gastronomie.

Der Anfang dafür sei längst getan. Mit dem Kabarett "nach Hengstmanns", dem Woolworth-Kaufhaus und weiteren Geschäften habe der Nordabschnitt des Breiten Wegs schon deutlich aufgewertet werden können. Das Geschäftsgebäude (mit Durchgang Richtung Altstadtkrankenhaus) gleich neben Woolworth werde von der Wobau gerade modernisiert, für das zweite Durchgangsgebäude genau gegenüber dem Katharinenturm gebe es jetzt ebenfalls Neues zu vermelden. "Das Gebäude gehört zwar nicht der Wobau, aber der Besitzer hat jetzt Kontakt zu uns aufgenommen", sagt Heinrich Sonsalla.

Möglicherweise könne man das Geschäftshaus, das optisch in einem schlechten Zustand ist, gemeinsam modernisieren und vermarkten. "Und wenn dann noch das Gelände Altstadtkrankenhaus zu einem attraktiven Standort entwickelt wird, dann hat der Nordabschnitt des Breiten Wegs eine vielversprechende Zukunft", meint der Wobau-Chef. "Aber wichtig ist, dass für alles nicht nur schnelle Lösungen gefunden werden, die dann nach ein paar Jahren wieder in der Versenkung verschwinden, sondern dass es nachhaltig entwickelt wird."

Dass der Nordabschnitt für eine Fußgängerzone sehr breit ist, daran wird sich auch nichts ändern. Der entscheidende Vorteil, den er hat ist: so gut wie kein Autoverkehr. Auch das müsse bei der Weiterentwicklung der Straße unbedingt positiv herausgestellt werden.

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