Magdeburg l Von der kleinen Kiezkneipe bis zum großen Kunstmuseum machen 30 Vereine und Institutionen an bislang 20 Orten mit Musik, Theater, Lesungen, Ausstellungen und Partys mit: Zur 1. Mageburger Kulturnacht will die Kulturszene der Stadt erstmals gemeinsam abheben und "Fliegen lernen". So lautet jedenfalls das Motto der Nacht, das zahlreiche Kulturschaffende und das Kulturbüro der Stadt gemeinsam zum Erfolg machen wollen.

Dafür setzt sich auch Norbert Pohlmann vom Forum Gestaltung als einer der Initiatoren ein, doch er sagt ebenso: "Fliegen lernen heißt auch: abstürzen können." Aus seiner Sicht hat Magdeburg mit seiner Kulturszene jedoch das Zeug zum "Überflieger": "Wir wollen mit einer gewissen Leichtigkeit in verdichteter Form demonstrieren, was Kultur in Magdeburg alles anbietet. Wir könnten jeden Abend zur Kulturnacht machen. Die Kulturnacht ist also Ausdruck dessen, was alltäglich in Magdeburg los ist."

Die Kulturszene wolle deshalb am 13. September "abheben und abheben lassen, ohne seicht zu sein", so Pohlmann. Das Motto "Fliegen lernen" sei zugleich eine Anspielung auf den Streich Till Eulenspiegels, in dem er vorgab, vom Rathausbalkon fliegen zu können und so die Magdeburger narrte.

Ganz im Ernst hat die Landeshauptstadt mit der angepeilten Bewerbung um den Titel der europäischen Kulturhauptstadt 2025 durchaus hochfliegende Pläne. Auf dem weiten Weg dorthin soll die Kulturnacht Wegmarke und Identifikationspunkt für die Magdeburger sein und zugleich den Kulturschaffenden Auftrieb geben, erklärte Magdeburgs Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch am Mittwoch auf einer Pressekonfernenz im Technikmuseum. Die Einrichtung an der Dodendorfer Straße, die sich nicht zuletzt dem Erbe des Flugpioniers Hans Grade verpflichtet fühlt, wird selbst mit einem gemeinsamen Programm mit dem Theater Magdeburg eine der Anlaufstationen der Kulturnacht sein.

Als Vorläufer dieser Nacht gilt die Magdeburger Kulturstraßenbahn, die in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Musik und Lesungen durch die Stadt tourte. Sie wird auch zur Kulturnacht wieder durch die Stadt rollen und möchte die Besucher von einer Kulturstätte zur nächsten fahren. Und so funktioniert die Tour de Kultur: "Die Besucher erhalten ein Bändchen, das den Eintritt in die verschiedenen Einrichtungen ermöglicht. Die Karten gibt es ab sofort im Vorverkauf. An dem Abend selbst werden auch in den meisten beteiligten Kulturstätten Abendkassen eingerichtet", erklärte Nadja Gröschner vom Kulturzentrum Feuerwache namens der Veranstalter.

Die Liste der Orte und Veranstaltungen ist noch nicht endgültig. Das Kulturbüro nimmt noch weitere Anmeldungen entgegen. Das Programm bestreiten die Einrichtungen auf eigene Kosten. Die Übersicht:
www.kulturnacht- magdeburg.de