Magdeburg l Hinter dem Tor beginnt die Steinzeit. Die "Jungsteinzeit zum Anfassen und Mitmachen" - dazu lädt das Steinzeitdorf in Randau mit dem ältesten Haus der Stadt (7500 Jahre alt, allerdings nachgebaut) ein. Eintauchen können kleine wie große Gäste in das Leben unserer Vorfahren vor mehr als 4000 Jahren. Der Förderverein Randau und das Team der AQB (Gesellschaft für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung) schlüpfen in die Rolle der Steinzeitsiedler und der freundlichen Gastgeber.

Dazu schloss die Landeshauptstadt Magdeburg als Grundstückseigentümerin mit dem Förderverein 2006 einen Überlassungsvertrag. Seit 2010 haben Stadt und Verein die Möglichkeit, den Vertrag jährlich zu kündigen. Da sich der Verein mit Herzblut und Hingabe um die Anlage bemüht und langfristige größere Sanierungen geplant sind, wurde jetzt der Vertrag zwischen Verein und Stadt um weitere 20 Jahre verlängert.

Bis 2035 wollen die Randauer Vereinsmitglieder die Anlage weiterhin bewirtschaften, die Stadt stellt hierzu das Grundstück kostenlos zur Nutzung.

Mit der Verlängerung des Nutzungsvertrages steht auch den notwendigen Sanierungsarbeiten der Reetdächer - bis auf die Finanzierung - nichts mehr im Weg.

"Die Reetdächer sind in einem derart maroden Zustand, dass teilweise Niederschlag durch undichte Stellen tritt", erzählt Marlies Friedrich vom Förderverein. Nach einem vorliegenden Angebot belaufen sich die Reparaturkosten auf insgesamt 15586,60 Euro. Eine finanzielle Belastung, die für den Verein nicht tragbar ist. Die Randauer hoffen mithilfe von Spenden und Sponsoren das Mammutprojekt stemmen zu können und suchen händeringend Unterstützer.

"Zeitreise" in die Steinzeit für Kinder und Jugendliche

Das Steinzeitdorf wird jedes Jahr durchschnittlich von mehr als 4000 Besuchern besichtigt. Kinder und Jugendliche aus ganz Sachsen-Anhalt sowie angrenzenden Bundesländern kommen in den südöstlichsten Zipfel Magdeburgs, um während ihrer Schulprojekttage eine "Zeitreise" in die Jungsteinzeit zu unternehmen. In der Woche betreuen AQB-Kräfte die Schüler, an den Wochenenden ist der Förderverein Randau in der Pflicht und ist ehrenamtlich für das Dorf im Doppeldorf Randau-Calenberge im Einsatz.

Bei dem Freilichtmuseum handelt es sich um originalgetreue Nachbildungen von Bauten und Gegenständen aus verschiedenen Epochen der Steinzeit. Ein Gebäude der sogenannten Schönfelder Kultur wurde in unmittelbarer Nähe des jetzigen Standortes in der Zeit nach 1940 ausgegraben und lieferte somit die Grundlage für den Nachbau. Seit 2003 kann jeder geschichtlich Interessierte dort auf Reise in die Vergangenheit gehen. Mitarbeiter der AQB haben es originalgetreu nachgebaut. Haben Holz aus dem Wald geholt und zu Pfosten verarbeitet. Haben aus einem Lehm-Strohhäcksel-Gemisch die Wände gefertigt und den Dachstuhl mit Reet eingedeckt. Daneben ist ein sogenanntes Grubenhaus entstanden. Ein etwas jüngeres "Modell". Die Häuser wurden zum Schutz vor Frost und Hitze weit in die Erde eingelassen, daher der Name.