Magdeburg l Die Stadtverwaltung will sich die Option zum Flugplatzausbau offen halten. Das geht aus einem gerade veröffentlichten Papier des Wirtschaftsbeigeordneten Rainer Nitsche (CDU) hervor. Damit richtet er sich gegen einen Antrag der Grünen-Stadtratsfrakion, den Planfeststellungsbeschluss zum Flugplatzausbau aus dem Jahr 2000, der Baurecht für eine Verlängerung der Landebahn schafft, aufzuheben.

Hintergrund: Das Wirtschaftsdezernat hatte unlängst ein neues Gutachten zum Flugplatz vorgelegt. Kernaussage: Die aktuell 1000 Meter lange Start- und Landebahn wird neuen europarechtlichen Auflagen für den gewerblichen und nichtgewerblichen Flugverkehr nicht genügen.

Solle der Status quo als Geschäftsflughafen - ohne Charter- und Linienflüge - gesichert werden, sei ein Ausbau auf bis zu 1800 Meter unabdingbar. Wie der Wirtschaftsbeigeordnete erklärte, greife die entsprechende EU-Verordnung in Deutschland spätestens ab August 2016.

Grünen-Stadtrat Olaf Meister hält dagegen: "Vor dem Hintergrund des ausgeweiteten Betriebes des Flughafens Magdeburg-Cochstedt und der erheblichen dortigen Investitionen der öffentlichen Hand und der Weigerung des Landes Sachsen-Anhalt, sich an einer Finanzierung der Ausbaupläne des Magdeburger Verkehrslandeplatzes zu beteiligen, ist eine Umsetzung des Vorhabens auch weiterhin nicht zu erwarten und noch dazu ökonomisch unsinnig."

Meister fordert: "Der Stadtrat muss sich positionieren und die Hängepartie beenden."

Nitsche räumt ein: "Für die Finanzierung der Investitionskosten zur Verlängerung der Start- und Landebahn mit Verlegung der B71/L50 ist bisher kein tragfähiges Konzept verfügbar." Dennoch fordert er die Stadträte auf, den Grünen-Antrag abzulehnen und den Planfeststellungsbeschluss aufrechtzuerhalten. Die Ausbaukosten werden auf rund 8 Millionen Euro geschätzt. Das Land hatte eine Förderung immer wieder ausgeschlossen.

Doch der Wirtschaftsbeigeordnete will die Ausbauoption offenhalten und argumentiert, eine "effiziente Luftverkehrsverbindung" sei "entscheidungsrelevant für die Ansiedlung von Unternehmen bzw. Erweiterungsinvestitionen". Cochstedt biete aufgrund der geografischen Lage und des dortigen Geschäftsmodells, das auf Charterflüge und Luftfrachttransporte ausgerichtet sei, "keinen Ersatz für den Verkehrslandeplatz am Stadtrand", so Nitsche.

Über den Grünen-Antrag entscheidet der Statrat nach Beratung in den Ausschüssen erst Anfang November.