Magdeburg l Tausende Musical-Fans haben die "Rocky Horror Show" auf dem Domplatz bereits gesehen. Auch heute Abend feiern die "Transvestiten des Planeten Transsexual" wieder eine frivole Party. 1274 Augenpaare werden erwartungsvoll auf die Bühne gerichtet sein, um das schrille Spektakel zu sehen. Was ihnen jedoch verborgen bleibt, ist ein Blick hinter die Kulissen. Dort wird im Akkord frisiert, kostümiert und geschminkt.

Für Chefmaskenbildnerin Sigrid Voigt und ihre Kolleginnen Sabine Schüssler und Jovana Ruf beginnt die Arbeit bereits Stunden, bevor der "Vorhang" sich öffnet. 30 Darstellern muss weit mehr als nur Farbe auf Lippen, Augen und Wangen gelegt werden. Das aufwendige Make-up ähnelt bisweilen dem einer Drag-Queen. Dabei gilt: Je knalliger und farbenfroher, desto besser. Besonders viel Zeit braucht es, wenn Marlon Wehmeier sich in Riff-Raff verwandelt. Sein normalerweise dichtes dunkelblondes Haar unter einer Glatze zu verstecken, kostet Jovana Ruf bei jeder Vorstellung Zeit und Mühe. Dank ihrer zusätzlichen Ausbildung zur Friseurin bringt sie jedoch die nötige Fingerfertigkeit dafür mit. Zudem sind die Darsteller und die Maskenbildner inzwischen ein eingespieltes Team.

Das gilt ebenso für die Ankleider. Auch für sie wird es weit vor dem Musical stressig. Carolin Glaesel beispielsweise ist für das Einkleiden von zehn Darstellern verantwortlich. Wenn´s schnell geht, benötigt sie nur 30 Sekunden, einen Darsteller in sein Outfit zu stecken. Wichtig sei hierbei, dass sich jedes Kostüm an seinem Platz befindet. Dann genüge auch nur ein Handgriff. Schließlich ziehen sich die Darsteller mehrfach in dem Stück um. Das erste Mal bereits fünf Minuten, nachdem das Musical begonnen hat. Die Hälfte ihrer zehn Darsteller hat drei, der Rest zwei unterschiedliche Kostüme. Richtig knifflig wird es allerdings erst nach der Pause. Denn dann muss sie die Darsteller für die sogenannte "Floor-Show" in einen weißen Ganzkörperbody mit Korsage stecken. Und das alles unter enormem Zeitdruck. Doch Frohnatur Carolin Glaesel macht Stress scheinbar wenig aus. Auch verbreitet sie gute Laune. Vielleicht, weil sie weiß, dass der Applaus der Zuschauer ebenso ihrer Arbeit gilt.