Magdeburg l Ein blaues Logo mit Drachen weist den Weg zu einer Wiese, auf der sich das Drachensteigen lohnt. Ein Haus mit dem Abc symbolisiert eine Schule und eine Wippe steht, na klar, für einen Spielplatz. Besonders hilfreich: Ein rotes Ausrufezeichen warnt vor gefährlichen Stellen im Straßenverkehr. Auch Haltestellen, Kirchen und Einkaufsmärkte sind eingezeichnet. All die Plätze in ihrer Umgebung, die für Kinder wichtig sind, wurden in den neuen Plänen einvermerkt.

Damit das auch wirklich stimmt, sind die kleinen Stadtteilbewohner im vergangenen Herbst mit einem Entdeckerkoffer selbst losgezogen, im Schlepptau u.a. die Kinderbeauftragte der Stadt, Katrin Thäger, und Marcus Lahn von der Freiwilligenagentur. Die Kinder haben ihnen ihre Lieblingsplätze gezeigt und viele Fotos gemacht, die beiden haben alles fleißig mitgeschrieben. Die Grafikerin Sandra Bilkenroth hat anschließend gemeinsam mit den Kindern in mehreren Kreativ-Workshops die Pläne und ihre Legenden gestaltet. Entstanden ist die Idee dazu im Stadtfelder Kindertreff des MWG-Nachbarschaftshilfevereins.

5000 Pläne wurden je Stadtteil gedruckt. Sie werden jetzt nicht nur in den an der Erstellung beteiligten Einrichtungen (Kinder- und Jugendhaus im Bürgerhaus Kannenstieg sowie die Horte "Am Glacis", "Weltentdecker" und "Am Kannenstieg"), sondern auch in Schulen, Kitas, aber auch Bürgerbüros im Quartier verteilt, erklärt Marcus Lahn.

Ob es auch für weitere Stadtteile solche Pläne gibt, hänge auch von Kooperationspartnern vor Ort ab, sagt er weiter. "Interessenten können sich gern bei der Freiwilligenagentur melden", lädt er ein.

Oberbürgermeister Lutz Trümper war bei der Übergabe der ersten Pläne in der Grundschule "Am Kannenstieg" gestern dabei. Er lobte die Kinder für ihre Ehrlichkeit. "Sie sagen im Gegensatz zu Erwachsenen in der Regel immer die Wahrheit. Jetzt wissen wir auch, was wir noch besser machen können", erklärte er.

So wird zum Beispiel bei der Erstellung der neuen Spielplatzkonzeption der Stadt auch der seit längerem diskutierte Wunsch nach zusätzlichen Spielflächen im Kannenstieg ganz genau untersucht, versprach Katrin Thäger. Denn genau das Problem Spielplatzmangel wurde auch von den Kindern gestern wieder im Beisein des OB angesprochen.