Magdeburg l Wer "strohballt" mit wem? Es ist eine Frage dieses Sommers in Magdeburg vor dem 4. Kaiser-Otto-Fest. Magdeburgs Kulturbeigeordneter Rüdiger Koch ist bereit für die Zeitreise ins mittelalterliche Magdeburg und motiviert bis in die Haarspitzen. Und das nicht nur in Sachen Strohballspielen, eine der neuesten Attraktionen des Festes. Vor allem peilt der Beigeordnete der Stadt mit der kaiserlichen Veranstaltung einen neuen Besucherrekord an: "Im vergangenen Jahr hatten wir rund 23 000 Besucher, diese Zahl wollen wir gern wieder erreichen und noch übertreffen", erklärte Koch am Dienstag auf der Auftaktpressekonferenz im Kloster Unser Lieben Frauen.

Die Stadt Magdeburg immerhin ist mit 119 000 Euro an der Finanzierung der von der Kaiser-Otto-Fest GmbH ausgerichteten Veranstaltung beteiligt. Damit wird, passend zur Ottostadt-Kampagne der Stadt, erneut Magdeburger Geschichte lebendig. "Die Veranstaltung kostet insgesamt rund 450 000 Euro.

Neben dem Stadtanteil sind 145 000 Euro Eintrittsgelder kalkuliert", so Koch. Neben Eintritt und Standgebühren sind es Sponsoren, die das Fest ermöglichen. "Die Zahl von mehr als 27 Sponsoren zeigt die Verbundenheit der Region mit diesem Fest", sagte Koch.

Mit (fast) allen Mitteln

Finanziell ist das sprichwörtlich eine Menge "Holz". Doch Stroh soll dem Fest noch einen zusätzlichen Schub geben. Die Strohballen will Sebastian Scholz von der Rugbyabteilung des Universitätssportclubs "Otto von Guericke" Magdeburg über den Domplatz rollen lassen - beim 1. Kaiserlichen Strohballenturnier in Magdeburg, das Scholz als "spektakulär" ankündigt: "Ziel dabei ist es, einen rund 80 Kilogramm schweren Strohsack in einer kurzen Zeit über die gegnerische Torlinie zu rollen, zu schieben, zu schleudern. Und der Gegner darf in zweimal vier Minuten fast alles tun, um die andere Mannschaft daran zu hindern. Mitmachen können Bürger, Vereine, Institutionen und Firmen, die sich bis zum 10. August auf der Website www.kaiserottofest.de anmelden", so Scholz.

Die Teilnehmer - vier pro Team - könnten "das Mittelalter am eigenen Leib" erleben. Und der Domplatz ist damit auch wieder "im Spiel": "Wir wollen ihn aufgrund vieler Nachfragen diesmal wieder mit einbeziehen", sagte Ingo Bumbke, Geschäftsführer der Kaiser-Otto-Fest GmbH.

Eine andere Neuerung stammt von der früheren Puppentheater-Intendantin und Autorin Elke Schneider. Sie will Festbesucher in den "Lustgarten" entführen. Eintritt nur mit "Wunderpille". "Hier warten große Magdeburger Persönlichkeiten verschiedener Epochen. Neben Otto von Guericke wird man auch Spannendes über den großen Mediziner Johann Andreas Eisenbarth erfahren. Oder haben Sie gewusst, dass die erste namentlich bekannte pharmazeutische Fabrik Deutschlands in Magdeburg war?", fragt Elke Schneider.

Außerdem wird Dramaturg und Regisseur Joachim Bachmann "Das Spiel vom Magdeburger Dom" von Gunther Haupt im Dom nach 20 Jahren erstmals wieder aufführen. Ein zehnköpfiges Ensemble zeigt am 30. August ein Theaterstück, das den spannenden Konflikt zwischen Erzbischof, Bürgermeister und dem Baumeister Michael Bonsack im 13. Jahrhundert während des Baugeschehens am Dom zu Magdeburg darstellt.

Insgesamt sind erneut rund 100 Programmpunkte mit mehr als 300 Akteuren an neun Schauplätzen geplant. Mittelalterliche Genüsse können sich die Besucher vom 29. bis 31. August zwischen Domplatz und Fürstenwall bei viel Live-Musik, Tanz und Theater auch wieder auf der Zunge zergehen lassen.

Ab sofort können die Tickets an allen bekannten Vorverkaufsstellen für 5 Euro (Tageskarte) oder 11 Euro (Wochenendticket) erworben werden.

www.kaiserottofest.de