Informationen zum Verein "Artist" und zum Moritzhof Magdeburg: www.moritzhof-magdeburg.de

Magdeburg l Auf dem Weg zur Digitalisierung setzt der Moritzhof auf Eigeninitiative und die Unterstützung seiner Besucher. Wie die Volksstimme berichtete, ist der Betreiberverein "Artist" bei der Förderung zur Technikumstellung über das Bundesprogramm der Bundesstelle für Medien und der Filmförderanstalt in Koordination mit dem Land leer ausgegangen.

Die vorgegebenen Kriterien für das Programmkino am Moritzplatz von 16.000 Besuchern wurden um 1000 verfehlt: Zur Berechnung wurden die drei Leinwände im Stall, der Scheune und dem Kino unterm Dach hinzugezählt - die Umstellung auf Digitaltechnik beantragte der Moritzhof jedoch nur für eines der Kinos.

Plan B musste her, der laut Christoph Hackel vom Artist-Verein bereits angelaufen ist. "Bei den Vorstellungen läuft ein Trailer, außerdem ist eine Postkarte in der stadtweiten Verteilung, die jeweils über die notwendige Technikumstellung informiert und für Unterstützung wirbt." Zudem seien Spendendosen auf dem Hof aufgestellt. Über 5000 Euro sind auf diesem Weg bereits zusammengetragen worden. In den Überweisungen finden sich im Betreff aufmunternde Botschaften wie "Haltet durch" und "Macht weiter" wieder, E-Mails mit Solidaritätsbekundungen finden sich im Posteingang des Vereins.

"Daran merkt man, dass sich die Besucher mit dem Hof und dem Programm identifizieren und ihnen etwas fehlen würde, sollten wir den Kinobetrieb einstellen müssen", so Hackel. Denn die Filmverleihe setzen aus Kosten- und Qualitätsgründen schon lange nicht mehr auf 30-Millimeter-Kopien und deren Abspielgeräte, sondern auf Dateien und Festplatten sowie die dazugehörigen digitalen Projektoren. Auch im sogenannten Art-House-Bereich, den der Moritzhof bedient. Die Kosten für solch ein Gerät und damit verbundene Umrüstungsmaßnahmen beispielsweise im Technikraum sowie Leinwand- und Tonbereich werden auf etwa 50 000 Euro beziffert.

Aktuell werden Filme mit einer alternativen Digitalmöglichkeit abgespielt, "welche aber von dem angestrebten technischen Produkt, über das wir künftig verfügen müssen und das von jedem Verleih anerkannt wird, weit entfernt ist", verdeutlicht Hackel. Hinsichtlich nicht vergebener Mittel der Filmförderanstalt ist der Verein voller Hoffnung, die Förderkriterien erfüllen zu können. Denn: "Sie sollen überarbeitet werden, sodass Kinos, die bislang nicht in das Förderprogramm aufgenommen wurden, berücksichtigt werden." Wie die Kriterien gestaltet werden und wann Entscheidungen getroffen werden ist derzeit offen. Der Artist-Verein hoffe, mit einer Kombination aus Spenden und Förderung die Digitalisierung zu stemmen. Dazu soll auch eine Aktion beitragen, die in der Planung ist: "Wir möchten gezielt Unternehmen ansprechen und ihnen Teile unserer Leinwand anbieten", so Christoph Hackel.

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