Die Katharinenskulptur mit Spendenbox befindet sich in der Filiale Alter Markt 12 der Stadtsparkasse Magdeburg. Aufgestellt ist Katharina im Schalterbereich, der montags bis donnerstags jeweils von 9 bis 18 Uhr und freitags bis 15 Uhr geöffnet ist.

Per Überweisung ist eine Spende auch unabhängig von den Öffnungszeiten der Filiale möglich – und zwar auf das Konto der Stadt unter IBAN DE02 8105 3272 0014 0001 01, BIC NOLADE21MDG. Als Verwendungszweck muss "Spende für Katharinenportal" eingetragen werden.

Eingelagert sind die nahezu vollständig erhaltenen Teile des Katharinenportals inzwischen im Technikmuseum. Die Originalskulptur befindet sich in der Wallonerkirche. Das Ziel des Kuratoriums ist es, binnen zwei Jahren rund 200 000 Euro an Spendengeldern zusammenzubekommen und den Wiederaufbau damit beginnen zu können. In zwei Jahren jährt sich der Tag des Abrisses der Kirchtürme zum fünfzigsten Mal. (ri)

Magdeburg l Eine schwergewichtige Dame hat in der Sparkassenfiliale am Alten Markt Platz genommen und erwartet die Besucher: Seit einigen Tagen thront im Schalterraum eine rund 450 Kilogramm schwere Skulptur der heiligen Katharina. Es handelt sich um eine originalgetreue Kopie jener Skulptur, die zum Inventar der einstigen Katharinenkirche am Breiten Weg - heute Standort des Katharinenturms - gehörte. Das Original befand sich einst über dem Kirchenportal und ist heute in der Wallonerkirche ein paar Straßen weiter.

Die Skulpturenkopie soll jetzt für das Wiederaufbau-Projekt des Katharinenportals werben. Denn um aus den einzelnen Steinen auf dem Breiten Weg wieder einen Hingucker entstehen zu lassen, werden Spenden benötigt. Um das Projekt voranzutreiben und Werbung für den historisch-städtebaulichen Akzent in der nördlichen Altstadt zu machen, hat sich ein Kuratorium zusammengefunden, das gestern im Beisein der schweren Katharina die Spendenkampagne eingeläutet hat.

Finanzbeigeordneter und Wobau-Aufsichtsratsvorsitzender Klaus Zimmermann ist einer der Initiatoren. Er sagt: "Wir wollen alle Menschen erreichen, die einen Beitrag leisten wollen, Magdeburg ein Stück seiner historischen Schönheit zurückzugeben."

Superintendent erinnert an die Geschichte der Kirche

Unterstützt wird das Vorhaben - obwohl es sich nicht um die Rückkehr von Kirchenräumen, sondern um den öffentlichen Raum geht - auch von der evangelischen Kirche. Magdeburgs Superintendent Stephan Hoenen erinnert daran, dass mit der Beseitigung der Katharinenkirche ein bitteres Stück der Geschichte verbunden ist: Im Zweiten Weltkrieg war auch diese Kirche schwer beschädigt worden. Doch dank der Aktion Sühnezeichen-Friedensdienst und dem Einsatz junger Menschen war in den 1960er Jahren wieder Leben eingekehrt ins Kirchengemäuer - und dann kam der Beschluss, die Kirche aus dem Stadtbild zu tilgen. Stephan Hoenen: "Eine Erinnerung an die verlorene Kirche durch das Portal wäre ein gutes Zeichen der Versöhnung."

Frank Schuster, dessen Vater Paul Schuster das Katharinenportal gerettet hat und der mit seinem Bruder Hans-Jörg Schuster sich ebenfalls für den Wiederaufbau des Denkmals einsetzt, sagt: "Zum Glück sind fast alle der alten Steine erhalten." Der Fachmann könnte diese "wie ein Puzzle" sogar ohne Unterlagen wieder zusammensetzen. Im Wesentlichen wird das Geld benötigt, um eine ansprechend gestaltete Stützwand errichten zu können und um Mittel für den Erhalt des wiedererstandenen Portals bereitlegen zu können.

Nach Informationen des Bauunternehmers wurde das Katharinenportal samt Skulptur nach der Zerstörung der Katharinenkirche im Dreißigjährigen Krieg 1631 und dem folgenden Wiederaufbau um 1675 so gestaltet, wie es die älteren Magdeburger noch aus der Zeit vor dem Kirchenabriss kennen. Damit die Summe zusammenkommt, hofft Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla auf die Unterstützung vieler Magdeburger. Er macht deutlich: "Die Spendenaktion ist eine Sache für alle Magdeburger und ist nicht an unser Unternehmen gebunden." Denn genau genommen sei der Umbau vom Haus der Lehrer zum Katharinenturm abgeschlossen - das Katharinenportal soll südlich des Hauses im öffentlichen Raum wieder aufgebaut werden.

Übrigens: Am Montag waren schon 3000 Euro im Pott fürs Katharinenportal. Fehlen noch 197.000.