Magdeburg l Klar, dass "Karlchen" vorangeht, als der Schieber zur kleineren der beiden Außenanlagen erstmals geöffnet wird. Seit gut einer Woche haben sich er und seine sieben Verwandten aus dem Münsteraner Zoo in ihrem neuen Heim bereits einleben können, gestern ging es für sie an die frische Luft. Auch für Pflegerin Julia Frost ein "total spannender Moment". Sie ist eine von vier Zoomitarbeitern, die für die Tiere im neuen Menschenaffenhaus verantwortlich sind.

Nach über einjähriger Bauzeit, die durch die Klagen eines Anliegers immer wieder verzögert wurden, kann der neue Zoo-Hingucker heute offiziell eröffnet werde. Nach dem feierlichen Empfang für geladene Gäste gegen Mittag wird das Haus auch für normale Besucher offenstehen. Einen symbolischen Scherenschnitt für alle wird es am Freitagvormittag um 10 Uhr geben, erklärt Zoochef Kai Perret beim Rundgang durch das Haus.

Stumpfkrokodile schon da

Noch läuft hier der Feinschliff. Der Holzhandlauf an der Treppe zum Kroko-Teich wird geschliffen. Die beiden noch namenlosen Stumpfkrokodile kann man von dort beim Tauchen beobachten. Am ersten großen Aquarium des Zoos, wie der Zoochef betont, wird auch noch geschraubt. Kongowelse und Schmetterlingsfische werden hier noch bis heute eingesetzt.

Während um sie herum gebohrt wird, lassen sich die Schimpansen nicht stören. "Die Handwerker sind doch spannend. Die Gruppe ist ein eingespieltes Team und völlig unkompliziert", sagt der Zoochef. Die Alt-Magdeburger "Nana" und "Wubbo" werden vorerst in einem separaten Bereich gehalten, sie begrüßen die Besucher quasi als alte Bekannte. Erst im Lauf der Zeit wird versucht, die beiden mit der neuen Gruppe zusammenzubringen. "Da haben wir aber keinen Zeitdruck", sagt Perret.

Noch Platz für Nachwuchs

Auch die Fortpflanzung ist derzeit noch kein Thema. Platz für mehr Affen gibt es aber. Bis zu 15 Affen können im neuen Haus gehalten werden.

Als Perret an die Scheibe geht, kommt "Karlchen" sofort und beginnt mit ihm zu kommunizieren. "Wir kennen uns seit 20 Jahren", erklärt der Zoochef, der früher in Münster arbeitete. Vom Dach des neuen Hauses überblickt man die Außenanlage. Von hier aus werden künftig die Pfleger die Tiere füttern und den Besuchern vorstellen.

Seinen neuen Lieblingsplatz hat der Zoochef gegenüber der großen Außenanlage gefunden. Vor dem alten Menschenaffenhaus wurde ein kleiner Hügel aufgeschüttet, von einer Bank dort hat man den besten Blick auf die Affenbande.

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