Magdeburg l Gerade erst hat der neue Stadtrat beschlossen, einen Rahmenplan für die Nachnutzung der Anlagen an der Maybachstraße aufzustellen, da legt die Verwaltung den ersten Entwurf für eine erste Maßnahme vor. Darin geht es um die verbesserte Erschließung des Wassergrabens, der sogenannten Künette, mit dem Fuß- und Radweg oberhalb der Anlagen. Über die Ringbrücke hätten die Stadtfelder schnelleren Zugang zu dem idyllischen Spazierweg.

Vorgeschlagen hatten dies die Stadträte Reinhard Stern (CDU) und Martin Rohrßen (SPD) in einem Antrag. Konkret sollte die Stadt prüfen, wie sich die Eigentumsverhältnisse sowie die möglichen Kosten für eine solche Verbindungstreppe zwischen Künette, Kehlkasematte und dem Weg am Sachsenring gestalten.

Hinsichtlich der Grundstücksfrage gibt es laut einer Stellungnahme des Baubeigeordneten Dieter Scheidemann keine Probleme. Alle fraglichen Flächen befinden sich bereits im Eigentum der Stadt. Auch hinsichtlich der Geländesituation sei eine solche Anlage grundsätzlich möglich.

Die mögliche Treppenanlage würde dem ersten Entwurf nach in einem Kulturdenkmal im ehemaligen Nebengraben südlich des Ravelin II errichtet werden. Da dieser Teil der Anlage aber auch mit Fahrzeugen zugänglich sein sollte, ergibt sich die Notwendigkeit einer leichten Stahlbeton-Brückenkonstruktion über den Nebengraben.

Einst stand dort sogar bereits eine Zugbrücke aus Holz, die im Verteidigungsfall den Zugang verhindern sollte, erklärt Scheidemann. Mit dem vorgeschlagenen "attraktiven Verbindungsweg wird dem Nutzer auch die ehemalige Erschließung des Ravelin II mittels einer Brücke näher- gebracht". Das historische Erscheinungsbild wäre zwar nicht authentisch, aber dennoch für den Betrachter anschaulich, so der Beigeordnete.

Diese Variante sei auch aus denkmalpflegerischer Sicht die Vorzugslösung. 335000 Euro würde der Bau kosten. Da aber, wie vergangene Woche erst beschlossen wurde, derzeit erst der städtebauliche Rahmenplan für die Anlagen an der Maybachstraße erarbeitet wird, heißt es zunächst noch warten. Denn dessen Ergebnisse sollten in die Treppenentscheidung mit einfließen, erklärt Scheidemann. Anfang 2015 soll er fertig sein.

Antragseinbringer Martin Rohrßen, zwischenzeitlich nicht mehr Stadtrat, aber im Sanierungsverein Ravelin II weiter aktiv, lobt den Entwurf: "Das ist eine sehr schöne, runde Sache. Endlich wird der Bereich aufgewertet."