Magdeburg l Er könne sich noch genau daran erinnern, als die ersten Telefone mit eingebauter Kamera vorgestellt wurden, sagt Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Hartmut Möllring. Das war vor etwas mehr als zehn Jahren bei der Computerfachmesse Cebit in Hannover. Möllring ist zu Gast beim Magdeburger IT-Unternehmen AV-Test. Der Mittelständler mit 32 Angestellten gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Antivirentest-Branche.

Zu den Kunden zählen unter anderen IBM, Microsoft und Intel. Das Unternehmen gibt es seit 2004 in Magdeburg und Leipzig.

Auf den Servern der IT-Spezialisten schlummern mittlerweile 250 Millionen Internetschädlinge. Täglich kommen Hunderttausende hinzu. Wer sein Produkt auf Sicherheit testen lassen will, lässt es von den Magdeburgern auf Herz und Nieren prüfen. Und das funktioniert dann so: Ein Testintervall umfasst einen Zeitraum von zwei Monaten. Das Testprodukt (beispielsweise Windows) wird dann pausenlos mit Schädlingen beschossen. Besteht es den Test, gibt es ein Zertifikat. Das funktioniert ähnlich wie beim Auto-Tüv.

Als eines der größten Wachstumsfelder in der Branche wird gerade der Smart-Home-Bereich angesehen. Darunter versteht man die Vernetzung von Hausgeräten. Nutzer können so beispielsweise mit ihrem Smartphone vom Büro aus die Heizung zu Hause anschalten.

"Leider bleibt die Sicherheit bei diesen Produkten größtenteils auf der Strecke", sagt AV-Test-Chef Maik Morgenstern. In diesem Bereich arbeitet das Unternehmen unter anderem mit der Otto-von-Guericke-Universität zusammen. In einer umfangreichen Kontrolle verschiedener Smart-Home-Anbieter bekamen nur drei von sieben ein gutes Zeugnis ausgestellt. "Gerade die eigenen vier Wände sind ein sensibler Bereich", sagt Morgenstern. Könnten Hacker in ein solches System eindringen, wäre man im eigenen Heim nicht mehr Herr der Lage.