Magdeburg l Die Anfrage aus Berlin kam für Magdeburg überraschend. Eher beiläufig erzählte der Beigeordnete Rüdiger Koch im Bildungsausschuss der Stadt, dass er gerade ein Schreiben von Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) auf dem Tisch habe.

Darin fragt Henkel, ob Magdeburg bei einer möglichen Bewerbung Berlins für die Olympischen Sommerspiele 2024 mit im Boot sei. Konkret geht es um Spiele des Olympischen Fußballturniers der Frauen und Männer in der MDCC-Arena. "Wir haben das sofort positiv beantwortet", sagte Oberbürgermeister Trümper der Volksstimme. Ein entsprechendes Antwortschreiben sei am gestrigen Freitag an den Berliner Innensenator übermittelt worden. "Wir haben die Infrastruktur. Olympischer Fußball in der MDCC-Arena wäre kein Problem", so Trümper weiter.

Bewerbung Berlins völlig offen

Innensenator Henkel (CDU) hatte die Anfrage an Magdeburg über das Innenministerium Sachsen-Anhalt gerichtet. Auch im Ministerium reagierte man äußerst positiv. "Wir freuen uns sehr, wenn die MDCC-Arena in das Standortkonzept einer Bewerbung Berlins für Olympia aufgenommen wird", sagte Sprecherin Anke Reppin auf Nachfrage.

Doch es gibt auch einen Wermutstropfen. Bislang ist noch völlig offen, ob Berlin sich überhaupt bewerben wird. Eine Sprecherin der Senatsverwaltung sagte der Volksstimme, dass voraussichtlich Anfang Dezember dieses Jahres der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) bekanntgeben wird, ob Berlin sich um Olympische und Paralympische Spiele 2024 oder 2028 bewerben wird.

In der Hauptstadt gibt es neben vielen Befürwortern auch Kritiker. Nach der Absage Münchens an eine Bewerbung für Olympische Winterspiele rechnen Sportfunktionäre damit, dass Bewerbungen um sportliche Großereignisse in Deutschland immer schwieriger werden.

Dichtes Netz an Sportstätten wichtig

Neben Berlin überlegt derzeit auch Hamburg, ins Rennen um Olympische Sommerspiele 2024 zu gehen. Noch bis zum 31. August haben beide Städte Zeit, einen Fragenkatalog des Sportbundes zu beantworten.

Im Roten Rathaus in Berlin weiß man um die gute Infrastruktur in Magdeburg. Nur wenig Städte in Deutschland haben ein ähnlich dichtes Netz an Sportstätten. "Für das olympische Fußballturnier werden fünf bis sechs Stadien mit einer Sitzplatzkapazität von mindestens 20.000 Plätzen in guter Erreichbarkeit Berlins benötigt", heißt es von der Berliner Senatsverwaltung. Die Magdeburger MDCC-Arena komme somit grundsätzlich als Spielstätte für das olympische Fußballturnier in Frage, so eine Sprecherin weiter.

Für die Landeshauptstadt wäre die Bewerbung nicht nur ein Aushängeschild, sondern man könnte auch gleich eine Schmach aus dem Jahr 2011 tilgen. Damals hatte sich Magdeburg als Austragungsort für die Weltmeisterschaft im Frauenfußball beworben. Jedoch hatte Dresden den Vorzug erhalten.