Rothensee l Es hat geknallt, geraucht und ohrenbetäubend geknattert. Und es hat den knapp 200 Besuchern im Laufe des Nachmittags viel Spaß gemacht. Am Sonnabend luden die "Rothenseer Traktoren-, Motoren- und Oldtimerfreunde" (RTMOF) zum Hoffest in die Krugstraße.

Bei Maschinensammler Reinhard Riemann präsentierten die zwölf RTMOF-Mitglieder insgesamt zehn historische Traktoren und zwölf Maschinen. Daneben konnten die Besucher auch das kleine "Privatmuseum" von Sammler Riemann mit historischen landwirtschaftlichen Geräten bewundern.

Maschinen aus der Vorkriegszeit

"Wir sammeln und restaurieren überwiegend Vorkriegsmaschinen, die zum Beispiel als Getreidemühle, Wasserpumpe oder Sägeantrieb eingesetzt wurden", erklärte Dr. Werner Ranisch, Zahnarzt in Rothensee und privat leidenschaftlicher Motorenfan.

Auch die jüngste Anschaffung von Werner Ranisch war Sonnabend zu bewundern. Eine knapp fünf Meter lange, knallrote Getreidemühle, die der Arzt in Texas, USA, erworben und auf dem Schiffsweg importiert hat. Knapp 5000 US-Dollar hat sich der Sammler die Anschaffung der Mühle kosten lassen - "ohne Transportkosten", wie er schmunzelnd anfügte.

Das Fünf-PS-"Geschoss" wurde 1919 in Texas gebaut - ein Maschinenwagen mit Flachriemenantrieb zur dazugehörigen Getreidemühle. Der Ein-Zylinder-Offen-Pleuel (Kolben liegend) mit Vier-Takt-Zündung (Hit-Zyklen) und Verdampfungskühlung läuft mit Benzin. Seine Oszillator-Zündung funktioniert mit Funkenschalter im Brennraum. Und wirklich erstaunlich: Wenn Zahnarzt Ranisch seine Texas-Mühle erst einmal angekurbelt hatte, lief sie ruhig und gelassen, als hätte es die vergangenen knapp 100 Jahre nicht gegeben.

Los ging der Traktorentag in Rothensee bereits am Vormittag um zehn Uhr mit einer gemeinsamen Ausfahrt der RTMOF-Mitglieder mit ihren Fahrzeugen. Mehrere Stunden lang führte die Reise mit 20 lauten Stundenkilometern von Rothensee bis hinter Wolmirstedt und zurück.

Am Nachmittag stand dann das Fachsimpeln untereinander und mit Besuchern des Traktorenfestes auf dem Hof unweit der Rothenseer Kirche im Mittelpunkt. Die Krugstraße stand voll mit Traktoren. Ab und zu knatterte einer los. So auch Malte Ahrend. Der Traktorfreund kutschierte gelegentlich mit einer "Kinderladung" im Hänger durch die Ortslage.

Simson- und Schwalbefans schauen auch vorbei

Und auch ein paar Simson- und Schwalbefans schauten mit ihren Mopeds noch vorbei, um sich im Schatten der alten Hofscheune am leckeren Kuchenbüfett zu laben oder eine kalte Limo zu zischen. Das tat gut. Denn die Sonne hatte es wirklich gut gemeint an diesem Sommertag mit den Rothenseer "Treckis".

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