Die Elbe ist immer eine Baustelle. Im Volksstimme-Gespräch zieht Friedrich Koop, Leiter des Wasser- und Schifffahrts- amtes, eine Halbjahresbilanz.

Magdeburg l "Die Magdeburger Stadtstrecke der Elbe ist in einem guten Zustand." Diese Bilanz zieht Friedrich Koop, Leiter des Magdeburger Wasser- und Schifffahrtsamtes, in der Mitte des laufenden Wirtschaftsjahres. Die jüngste größere Sanierungsmaßnahme am Ostufer im Bereich des MDR-Funkhauses konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Dort musste die Uferbefestigung auf einer Länge von mehreren Hundert Metern von Grund auf erneuert werden. "Diese Maßnahme haben wir nicht mit unseren eigenen Kräften umgesetzt, sondern öffentlich ausgeschrieben", so Koop. Weitere größere Maßnahmen seien für 2014 nicht mehr geplant, an einigen Stellen müssten nur noch die bestehenden Verhältnisse gesichert werden.

Das Hochwasser im vergangenen Jahr habe dem Elbufer der Magdeburger Stadtstrecke glücklicherweise keinen bedeutenden Schaden zugefügt. "Die entstandenen Probleme an unseren Strombauwerken waren wirklich begrenzt", sagt Friedrich Koop. Allerdings habe man erwartungsgemäß mit mehr Ablagerungen auf der Sohle des Flusses zu tun gehabt. Dort musste bedeutend mehr Geröll entfernt werden.

Das sei auch eine der Hauptaufgaben des Wasser- und Schifffahrtsamtes. Zwei Mal pro Woche wird der Flusslauf und vor allem die Fahrrinne zwischen Saalemündung und Wasserstraßenkreuz "gepeilt", das heißt, mit Hilfe eines Peilgerätes wird nach Ablagerungen Ausschau gehalten, die den Schiffsverkehr behindern könnten. Das können Sandablagerungen sein, aber auch größere Gegenstände, wie etwa Felsbrocken, Baumstämme oder sogar Autos. Letzteres komme aber selten vor, so der Amtsleiter.

Dabei würden immer auch die berechenbaren "Dauerbrenner" genau im Auge behalten. "Wir haben hier Bereiche, an denen sich auf Grund der Fließgeschwindigkeit der Elbe und der Bodenverhältnisse immer Sand ablagert", so Friedrich Koop. Das sei etwa der Fall in dem Bereich, wo der Rothenseer Umflutkanal von der Elbe abzweige. Dort sammelten sich im Jahr zwischen 40000 und 80000 Kubikmeter Sand, die beseitigt werden müssten. "Das wissen wir aber und stellen uns darauf ein." Der Bereich des Domfelsens sei dagegen weniger ein Problem. "Die Elbe hat dort eine höhere Fließgeschwindigkeit, das ist kalkulierbar", sagt Friedrich Koop.

Grundsätzliches Ziel der Arbeit des Magdeburger Wasser- und Schifffahrtsamtes mit seinen rund 400 Mitarbeitern sei es, an 345 Tagen im Jahr für die Magdeburger Stadtstrecke der Elbe eine Tauchtiefenstruktur von mindestens 1,60 Metern zu gewährleisten. Das heißt, so tief können beladene Schiffe in das Elbewasser eintauchen, ohne Fahrtprobleme durch Hindernisse in der Fahrrinne zu bekommen.

Größte Baumaßnahme für 2015 soll die Erneuerung der Mole-Befestigung am Eingang zum Rothenseer Verbindungskanal werden. Dort müssten die Spundwände, die bereits über 30 Jahre alt seien, erneuert werden.

Und im Schutzhafen sollen noch Anlegevorrichtungen für Schiffe, sogenannte "Dalben", erneuert werden.