Der Auto Club Europa (ACE) hat die Aktion "Nadelöhr Haltestelle" gestartet. Hans-Ulrich Franke, Vorsitzender des Kreisverbands für den Raum Magdeburg, beantwortete dazu Fragen von Volksstimme-Redakteur Martin Rieß.

Was hat es mit Ihrer Aktion genau auf sich?
Hans-Ulrich Franke: Gemeinsam mit der Verkehrswacht möchten wir Haltestellen unter die Lupe nehmen, an denen Schüler gefährdet sind. Und da die Menschen ihre Heimat kennen, wissen sie selbst am besten, welche Stellen kritisch sind. Wir bitten also die Bürgerinnen und Bürger, uns diese Orte zu nennen. Zu erreichen bin ich unter Telefon 039223/92130 oder per E-Mail an huf22@yahoo.de.

Welche Gesichtspunkt interessieren sie genau?
Es geht uns nicht unbedingt um das Fehlverhalten von Schülern. Denn häufig sind es gerade die Kraft- und Radfahrer, die sich nicht an die Regeln halten. Wir wollen untersuchen: Wie ernst nehmen die Fahrer die Vorschriften? Und kennen sie diese überhaupt?

Was ist der Anlass für Ihre Aktion?
2012 gab es laut Statistischem Bundesamt in Deutschland 4541 Verletzte an Bushaltestellen. 54 Menschen wurden getötet. Das sind Zahlen, die uns Sorge bereiten.

Was wollen Sie mit den Informationen der Bürger tun, wie sollen die Kontrollen vor Ort aussehen?
Der ACE-Kreisclub Magdeburg wird an den betreffenden Haltestellen kontrollieren, wie sich die Verkehrsteilnehmer im Bereich der Haltestelle, wo die Schüler aussteigen, verhalten.

In welchem Gebiet agiert Ihr ACE-Kreisverband?
Wir sind in den Bereichen Haldensleben, Wolmirstedt, Magdeburg, Genthin, Börde und Salzlandkreis tätig. Viele Projekte werden auch gemeinsam mit dem ACE-Kreis Schönebeck durchgeführt.

Der Auto Club Europa ist mit rund 580.000 Mitgliedern der zweitgrößte Automobilklub in Deutschland. Gegründet wurde er 1965 als gewerkschaftliche Organisation, seit 1995 allerdings steht er auch Nichtgewerkschaftsmitgliedern offen.

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