Magdeburg l Die Planungen des Abrisses des unbewohnten Wohnhauses Alt Fermersleben 64 an der Ecke zur Adolfstraße durch das beauftragte Unternehmen laufen seit Wochen. "Bereits im vergangenen Jahr wurden für dieses Grundstück und das benachbarte Grundstück Alt Fermersleben 65 nach Ortsbesichtigungen bauaufsichtliche Verfahren zur Gebäudesicherung eingeleitet", so Stadtsprecher Michael Reif. Die Begutachtung des statischen Zustands durch einen vom Bauordnungsamt beauftragten Prüfingenieur für Baustatik hatte nun die Anordnung zum sofortigen Abriss zur Folge: Vom Haus geht eine akute Einsturzgefahr aus. Reif: "Da die Grundstückseigentümer der Anordnung des Bauordnungsamtes jedoch nicht gefolgt sind, muss das Gebäude aus Sicherheitsgründen im Rahmen einer Ersatzvornahme abgerissen werden."

In diesen Tagen werden Tatsachen geschaffen. Mit Bagger und Hebebühne rücken Arbeiter an, die Wohnhäuser Stück für Stück abzutragen. Die jahrelange Vernachlässigung des Gebäudes habe zum kritischen Zustand in Alt Fermersleben 64 geführt, der behoben werden muss, so Dieter Eckart. Er ist der fachliche Berater des mit dem Abriss beauftragten Unternehmens MBM Molkenthin GmbH. "Die Dächer sind nicht gepflegt worden. Dadurch drang Feuchtigkeit in das Innere. Die Fußböden sind jeweils eine Etage nach unten durchgeschlagen und haben sich an die straßenbegleitenden Außenwände angelehnt", klärt Eckart auf. Dies hatte zur Folge, dass sich die Wände aufgrund des Drucks teilweise nach außen wölbten "und für Passanten eine Gefahr darstellten". Im Zuge der Gefahrenabwehr habe die Stadt von ihrer Eingriffsmöglichkeit Gebrauch gemacht und den Abriss in Auftrag gegeben.

Stromversorgung für die Straßenbahn als Problem

Die Tatsache, dass ein Teil der Stromversorgung der Straßenbahn an einem der Häuser montiert war, stellte das Unternehmen vor ein Problem: Zunächst musste eine feste Lösung gefunden werden. "Ein Pfosten ist installiert worden, der unabhängig vom Abriss des Hauses stehen bleibt", so Eckart. Die Umsetzung dieses Vorhabens behinderte zunächst die Ausführung des Abrisses samt dazugehöriger Entkernung sowie Sicherung. Kabel im Fußwegbereich mussten umverlegt werden, ehe das Fundament für den Pfosten eingebracht werden konnte, so ein Beispiel.

Nach der Absicherung der bewohnten Nachbarhäuser konnten die Wohnhäuser in Angriff genommen werden. "Die sogenannte Beweissicherung wie die Dokumentation des Zustandes der Nachbarbauten zur Absicherung der Stadt als Auftraggeber und des Unternehmens nimmt zusätzliche Zeit in Anspruch", verweist der Experte. Problemzonen wie das Abtragen des Daches sind anfangs per Hand von den Arbeitern, die dafür eine Hebebühne nutzten, behoben worden, um den Straßenverkehr nur so weit wie notwendig zu beeinträchtigen. Die Straße Alt Fermersleben dient u.a. dem Pendelverkehr zwischen Schönebeck und Magdeburg und wird täglich von Tausenden Fahrzeugen genutzt. Im Bereich der Baustelle wird der Verkehr einspurig am Haus vorbeigeführt, wobei sich Straßenbahnen und Autofahrer die Spur teilen.

Das untere Geschoss des Hauses an der Ecke Adolfstraße bleibe zunächst stehen, um beim Verladen der Überreste zu vermeiden, dass beispielsweise durch Wind Teile auf die Straße geraten, so Dieter Eckart. "Der kritische Teil der Arbeiten ist überstanden."

 

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