Magdeburg l Das Technische Hilfswerk Magdeburg soll 2016 in ein modernes Katastrophenschutzzentrum an der Leipziger Chaussee umziehen. Die Bauarbeiten für den 2,6-Millionen-Bau sollen in einem Jahr
beginnen. Nun fehlen nur noch Genehmigungen.

Derzeit befinde man sich noch im Stadium der Vorplanung, sagt Thorsten Grützner, Sprecher der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) in Bonn. Die Bundesanstalt ist Bauherrin des neuen Katastrophenschutzzentrums an der Leipziger Chaussee. Das THW wird mit der Bima einen unbefristeten Mietvertrag schließen und - wenn alles klar geht - 2016 in das neue Haus einziehen.

"Die baufachliche Genehmigung wird noch im laufenden Monat erwartet", sagt Grützner auf Nachfrage der Volksstimme. Genau jener Genehmigungserlass kommt vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Doch damit nicht genug. Ist die Genehmigung erteilt, muss die Bima noch beim Bundesfinanzministerium die "haushaltsmäßige Anerkennung" beantragen.

Beim THW in Magdeburg wartet man unterdessen schon länger auf grünes Licht für den dringend benötigten Neubau. So liegt der Standort Enckekaserne mitten in einem Wohngebiet. Der um 1900 errichtete Kasernenbau wird vom THW seit 1994 genutzt. Der Platz für die 90 ehrenamtlichen Helfer sowie acht hauptamtlichen Mitarbeiter reicht nicht mehr aus. Größtes Problem sind die zu kleinen Garagen. Dort passen hochwertige technische Geräte nicht mehr rein, sodass diese teilweise bei Wind und Wetter draußen stehen müssen. Auch bei der Eigentümerin des Hauses, der Bima, wird die Enckekaserne nur noch als "mäßig nutzbar" gelistet.

"Wenn die ministeriellen Genehmigungen noch im laufenden Jahr erfolgen, kann der Fertigstellungstermin Ende 2016 gehalten werden", sagt Bima-Sprecher Grützner zum Zeitplan. Da das Planungsteam in den Startlöchern stehe, könne nach dem Abschluss des Verfahrens sofort mit der Entwurfs- und Ausführungsplanung begonnen werden. "Baustart wäre dann in einem Jahr", so Grützner weiter.

Die Fläche für den Neubau liegt südlich der Karl-Liebknecht-Siedlung neben der Tankstelle an der Leipziger Chaussee. Bedenken des Umweltamtes hinsichtlich der Lärmemissionen konnten ausgeräumt werden. Auch eine Bürgerversammlung zum neuen Standort hatte es bereits vor mehreren Monaten gegeben

Derzeit kalkuliert die Bundesanstalt die reinen Baukosten mit 2,6 Millionen Euro. Die Summe soll später über die Miete nach 30 Jahren refinanziert werden. Wie der Bau einmal aussehen wird, steht unterdessen noch nicht fest. "Da wir uns noch in einer sehr frühen Planungsphase befinden, gibt es noch keine Entwürfe", sagt Grützner.

Der Magdeburger Ortsverband des Technischen Hilfswerks wurde 1991 gegründet und verfügt mit seinen Bergungsgruppen, der Fachgruppe "Wassergefahren" sowie der Fachgruppe "Führung/ Kommunikation" über Spezialisten auf verschiedenen Gebieten. Die speziell ausgebildeten ehrenamtlichen Helfer sind mit moderner Technik nicht nur in oder um Magdeburg im Einsatz, sondern in ganz Deutschland oder auch im Ausland unterwegs.