Der Domplatz als Marktplatz - das scheint durchaus zu funktionieren. Am Wochenende bummelten mehrere tausend Magdeburger an den Ständen von rund 50 Töpfern entlang. Es war zugleich eine Premiere.

Altstadt l Gudrun Lück ist sich sofort sicher: Der Domplatz ist ein hervorragender Ort für einen Töpfermarkt. "Ich bin begeistert, wie das hier aufgebaut ist. Es lässt sich wunderbar bummeln", schwärmt sie. Die Magdeburgerin hat es deshalb nicht bereut, den Sonnabendvormittag gemeinsam mit Tochter Jenny und ihrem Besuch Heide und Christoph Beese aus Braunschweig auf dem Domplatz verbracht zu haben. Auch die Gäste aus der Löwen- und Partnerstadt sind voll des Lobes: "Ein toller Platz. Ein toller Markt".

Markt im Stadtpark wurde abgesagt

Dass der Töpfermarkt in Magdeburg überhaupt wieder auflebt, ist den Töpfern selbst und Organisator Heinz Karwath aus Rheinsberg in Brandenburg zu verdanken. Er war von verschiedenen Töpfern angesprochen worden, den traditionellen Markt in Magdeburg jeweils am ersten Augustwochenende im Stadtpark nicht sterben zu lassen. Hintergrund: Der bisherige Veranstalter hatte nach Volksstimme-Informationen aus bisher unbekannten Gründen keine Chancen auf Fortsetzung im Stadtpark gesehen. Heinz Karwath hingegen hatte in Brandenburg schon mehrere Töpfermärkte organisiert und wagte nun einen neuen Versuch: "Magdeburg kannte ich so gut wie gar nicht. Aber nachdem mich viele Töpfereien auf die Vakanz in Magdeburg aufmerksam machten, habe ich mir das hier vor ein paar Monaten angesehen und gedacht: Versuchen wir es mal."

Die Premiere darf als durchaus gelungen bezeichnet werden. Die Stände am Rand des Domplatzes waren schon am Sonnabend dicht umlagert. Neben reiner Töpferware boten auch Korbmacher und der Ziegenhof Glinde ihre Waren feil. In der Mitte gab es derweil Abkühlung. Die Brunnenanlage des Domplatzes sprudelte im gewohnten Rhythmus vor sich hin und sorgte optisch für Abwechslung und praktisch für Abkühlung in der prallen Sonne.

Gute Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung

Auch die Händler zeigten sich zufrieden. Reinhard Keitel aus Weimar beispielsweise ist das ganze Jahr über auf Töpfermärkten in Deutschland unterwegs. Den Neustart in Magdeburg bewertete er durchaus als gelungen. "Als ich mir den Platz am Morgen angesehen habe, war ich noch skeptisch. Aber kaum hatten wir geöffnet, strömten die Magdeburger auf dem Markt. Die Atmosphäre ist sehr gut und der Platz versprüht einen besonderen Charme. Ich komme bestimmt wieder", sagte er und wendet sich den Kunden an seinem Stand zu.

Organisator Heinz Karwath hat unterdessen eine erste Übersicht erstellt und geht davon aus, dass der Markt auch 2015 nach Magdeburg zurückkehren wird. "Wir hatten hier eine sehr gute Unterstützung durch die Stadt und die Magdeburg Marketing Kongress und Tourismus GmbH. Ich muss allerdings erstmal mit den Töpfern den Markt auswerten", gibt er sich noch vorsichtig. Auf den vor Marktbeginn gedruckten Werbeprospekten steht allerdings schon geschrieben: "Auf Wiedersehen zum Töpfermarkt in Magdeburg 2015". Zu hoffen ist es. Die Innenstadt kann jede Attraktion gebrauchen. Der Töpfermarkt könnte ein festes Lebenszeichen werden - so wie für die Familien Lück aus Magdeburg und Beese aus Braunschweig. Für sie stand auch schon fest: "Sollte es den Markt 2015 geben, sind wir wieder dabei".

Mehr Fotos: www.volksstimme.de/magdeburg

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