Herrenkrug l Am Anfang hieß es erst mal: Schlange stehen für Elberado. Aufgrund des Regens hatte es noch vor dem Start am Morgen einen kurzen Stromausfall gegeben. Bis alles lief und der Einlass mit der Erfassung der Anmeldezettel über die Bühne gehen konnte, mussten sich die künftigen Bewohner der Kinderstadt ein wenig gedulden. Aber das Warten war schnell vergessen und der Regen konnte den Kindern zunächst sowieso nichts anhaben. Dafür waren sie viel zu sehr gespannt auf die Abenteuer, die in Elberado auf sie warten.

Phillip Bohrrmann (10), sein Freund Nick Killies (11) und Liam Morgan (11) planen zum Beispiel die Eröffnung eines Fitnessstudios in der allein von den Kindern regierten Stadt. "Wir wollen Kurse anbieten, Ballspiele und Fußball", berichten Studiochef Phillip und sein Trainer Nick stolz. Die ersten Anmeldungen stehen schon im Buch. Ein paar Holzhütten weiter floriert ebenso das Geschäft. Im Tattoo-Studio, das von den Zehnjährigen Elisa Großmann, Lea Dauert sowie der achtjährigen Amelie Rüter geleitet wird, sind die Auftragsbücher bereits voll. "Unsere Tattoos reichen nicht. Wir warten auf Nachschub", berichten die Mädchen. Ihre beiden Betreuerinnen Christel und Isabelle geben ihnen Schützenhilfe. Geschäftiges Treiben herrscht derweil auch schon in der Tischlerei, die Stühle, Bänke und Schilder ausliefert für all die Hütten in der Kinderstadt. Und im Rathaus. Hier zerbrechen sich Timo, Lars, Kevin und Florian den Kopf darüber, wie Geld in die Stadtkasse von Elberado fließen kann. Ein paar Ideen sind schnell geboren: Wer einen neuen Stand aufmachen will, so wie Niklas und Nils mit Glückslosen, der muss Miete zahlen. Man einigt sich auf 8 Elbos pro Tag, und ruckzuck ist der Vertrag unterzeichnet. Elbos sind die eigene Währung in der Kinderstadt. Deren Einwohner können sich in verschiedenen Berufen ausprobieren, können verhandeln, Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und einfach nur Spaß haben an dem, was sie tun. Am heutigen Dienstag wird z. B. ein Bürgermeister gewählt. Die ersten Kandidaten haben sich gestern schon gemeldet. Heute steht Wahlkampf an, dann die Wahl - fast so wie im wahren Leben.

Das holte die Bewohner von Elberado dann gestern doch noch ein. Schweres Gewitter am Nachmittag zwang zum vorzeitigen Abbruch der Veranstaltung. "Vor dem ersten Blitz war Schluss", berichtet Katrin Donocik vom Organisationsteam. Die Kinder wurden bis zur Abholung im Hochschulgebäude betreut und steckten auch das gut weg, sagt Katrin Donocik. Nun hoffen alle für die nächsten Tage auf eins: Dass auch das Wetter mitspielt in der Kinderstadt an der Elbe.

   

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