Magdeburg l Magdeburg hat sich zu einem attraktiven Wirtschaftsstandort gemausert - diesen Schluss legen zum Beispiel Zahlen zu jenen Menschen nahe, die aus beruflichen Gründen über die Grenzen ihres Heimatland- oder Stadtkreises hinaus pendeln.

Die Arbeitsagentur Magdeburg hat entsprechende Informationen zusammengestellt. Die Landeshauptstadt Magdeburg weist für das Jahr 2013 demnach die höchste Einpendlerzahl aller Regionen in Sachsen-Anhalt auf. Etwa 44 500 Arbeitnehmer aus anderen Regionen pendelten demnach im Jahr 2013 nach Magdeburg zum Job. Das ist gefolgt von Halle absolute Nummer eins in Sachsen-Anhalt.

Matthias Kaschte ist Chef der Magdeburger Agentur und sagt: "Vor einigen Jahren mussten die Menschen oft sehr weite Wege zurücklegen, um einen gut bezahlten Job zu finden." Magdeburg sei jedoch dank der guten konjunkturellen Entwicklung für Arbeitnehmer zu einem attraktiven Wirtschaftsraum geworden. "Die Arbeitgeber wollen die Fachkräfte in der Umgebung halten. Viele von ihnen erreichen das um Beispiel durch eine gute Bezahlung, aber auch durch besondere Angebote zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf oder ein betriebliches Gesundheitsmanagement", schätzt Matthias Kaschte die Situation in der Landeshauptstadt ein. Neben diesen Faktoren sei es aber auch die zentrale Lage: Magdeburg ist gut aus anderen Regionen zu erreichen.

Auspendler bleiben in der umliegenden Region

Auf der anderen Seite pendelten aber auch rund 24 700 Magdeburger in einen anderen Landkreis oder eine andere Stadt zum Arbeiten. Viele von ihnen bleiben dabei in der umliegenden Region. Von den Auspendlern sind im letzten Jahr etwa sieben Prozent nach Niedersachsen gependelt - zum Beispiel nach Wolfsburg, Hannover oder Braunschweig.

Insgesamt also ein positives Pendlersaldo für Magdeburg. Das heißt, dass mehr Arbeitnehmer/innen zum Job nach Magdeburg pendeln, als das Magdeburger für den Job wegfahren. Ein positives Pendlersaldo weisen lediglich drei Regionen in Sachsen-Anhalt auf: die Landeshauptstadt Magdeburg, gefolgt von Halle und Dessau-Roßlau.

Bördekreis hat das größte Negativ-Saldo

In Sachsen-Anhalt haben neben Magdeburg einzig Halle und Dessau-Roßlau ein positives Pendlersaldo, dass also mehr Menschen zur Arbeit in die Stadt kamen als sie verließen. Nach Halle kamen so 12 277 Menschen mehr zum Arbeiten, als die Stadt zu diesem Zwecke verließen. In Dessau-Roßlau lag dieser Wert bei 3958. Am anderen Ende die negativen Bilanzen: Im Bördekreis gab es 16 606 mehr Aus- als Einpendler, im Burgenlandkreis 13 869, im Harz 14 503 und im Salzlandkreis 10 818.

Die Zahlen ergeben sich übrigens aus den Meldungen der Sozialversicherungen. Stichtag war der 30. Juni 2013.