Magdeburg (rs) l Magdeburg war eine lange Zeit sehr weit weg für Dr. Gundula Henkel. Die Magdeburgerin, die sich bereits in der Schule für Sprachen interessiert hatte, entschied sich für das China-Studium in Berlin. "Ich merkte schnell, dass ich nur vor Ort die Sprache richtig lernen kann", erinnert sich Gundula Henkel. In der handelspolitischen Abteilung der deutschen Botschaft in Peking fand sie eine Stelle als Dolmetscherin.

Auf den Touren mit Geschäftsleuten lernte sie Land und Sprache intensiv kennen. Drei Jahre saugte sie alles auf, was sie an diesem riesigen Land faszinierte. Nach der politischen Wende kehrt die Magdeburgerin, die auch Russisch und Englisch beherrscht, nach Deutschland zurück und kümmerte sich für ein Unternehmen um die Außenwirtschaft.

Sie war in der Welt zu Hause, reiste herum, gründete in Berlin ein eigenes Consulting-/Dolmetscher-Büro. Aber die Magdeburgerin zog es zurück - zunächst nach Peking, wo sie im Pressebüro der Botschaft anfing. Ihre Heimatstadt kam ein wenig später in ihr Herz zurück.

Bei einem Treffen hörte ein Magdeburger in einer großen Gruppe heraus, dass diese Frau so spricht, wie man es in ihrer alten Heimat tut. Der bekennende Magdeburger sprach sie an, überredete sie, Magdeburg eine neue Chance zu geben. "In meinen Erinnerungen war Magdeburg grau und ohne Charme".

Es brauchte ein paar Aufenthalte, bis der künftige Mann an ihrer Seite es geschafft hatte, ihren Blick auf die Heimatstadt zu verändern. So sehr, dass Dr. Gundula Henkel entschied, ganz hierzubleiben. "Die Liebe hat mich zurückgeführt, und ich bin immer noch sehr froh darüber", sagt sie.

Heute leitet sie das Internationale Büro für Wirtschaftsförderung in Magdeburg und kann jahrzehntelang gesammelte Auslanderfahrungen einbringen.

"Das passt hervorragend", findet sie. Peking und Magdeburg vergleichen?

"Unmöglich", sagt sie. Aber verbinden kann man China und Magdeburg. Die Entfernung schrumpft, wenn die China-Expertin aufzählt, wie nah chinesische Investoren, Forscher und Politiker der Stadt an der Elbe sind - durch Kooperationen der Hochschulen, Jugendaustausch, Delegationen, ein Forum, das sich um die deutsch-chinesischen Verbindungen kümmert.

Vielen Investoren gefällt das Grün, der logistische Vorteil, der Hafen, das Wasserstraßenkreuz und wie weit man hier bei der angewandten Forschung sei, sagt sie. "Was wir hier machen können, ist enorm", meint Dr. Gundula Henkel.

Morgen: Sebastian Elze

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