Brandgeruch liegt immer noch in der Luft. Auch acht Jahre nach dem verheerenden Feuer in der Jägerhütte im Stadtpark sucht die Stadt noch nach einer Lösung. Angeblich gibt es aktuell Gespräche mit einem oder mehreren Interessenten.

Werder l Verkohlte Deckenbalken verdunkeln den Raum. Die Fenster sind geborsten. Einzig der alte Grill in der Mitte des früheren Lokals zeugt noch von den besseren Zeiten, als sich Stadtparkbesucher hier noch Rehrücken und Schweinebraten schmecken ließen. Aber das ist längst Geschichte. Der Anblick der einst so beliebten Ausflugsgaststätte ist heute wenig appetitlich. Überall liegen Splitter umher, zerschlagene Fliesen. Die alte Eingangstür steht offen. Doch wer hinein geht, riskiert Verletzungen. "Fühlt sich hier keiner zuständig?", fragt ein Passant im Vorbeigehen. Es sei eine Schande, dass das Haus so verfalle. Das könne man nur noch abreißen, findet der Mann, der regelmäßig an der Brandruine vorbeikommt, das Parklokal auch noch aus seinen Glanzzeiten kennt.

Doch längst läuft der Jägerhütte die Zeit davon. Vom Nebengebäude stehen nur noch die Mauern. Das Dach fehlt. Und auch das Haupthaus ist in einem erschreckenden Zustand. Die Frage wird sein, ob sich ein Wiederaufbau überhaupt noch lohnt oder ein Neubau des nicht denkmalgeschützten Gebäudes nötig wäre. Dabei wollte die Stadtverwaltung im Fall Jägerhütte längst weiter sein. Hoffnungsvoll gab man sich noch im vorigen Jahr, als es erste Gespräche mit Interessenten gegeben hatte. Doch die folgende Ausschreibung im Herbst 2013, in der die Stadt die gastronomische Nutzung per Erbbaurecht für einen Zins von ca. 1630 Euro jährlich anbot, blieb ohne greifbares Ergebnis. Die Volksstimme hakte jetzt noch einmal nach und erfuhr, dass es aktuell wieder Gespräche gibt. Die wolle man abwarten und bis dahin keine weiteren Details nennen, sagte Rathaussprecher Michael Reif auf Nachfrage. Nur so viel: Man warte auf ein tragfähiges Angebot. Sollten die laufenden Verhandlungen am Ende doch wieder erfolglos bleiben, soll es zum Jahreswechsel eine neue Ausschreibung geben. Die Stadt hat die Jägerhütte also offenbar noch nicht ganz abgeschrieben.

   

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