Magdeburg (ri) l Wer einmal ein Otto war, der bleibt es oft - mit Leib und Seele, auch wenn er seiner Heimatstadt für eine gewisse Zeit den Rücken kehrt. In der neuen Serie von Volksstimme und Stadtmarketingverein Pro M erzählen Magdeburger, warum sie zurückgekommen sind. Heute: Korbmachermeister Knut Röhrich.

"In Magdeburg und der Region sind Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur gut miteinander verflochten", findet Knut Röhrich. Und er muss es wissen, denn als Korbmachermeister kennt er sich mit dem Flechthandwerk hervorragend aus. Eigentlich wollte der aus Wanzleben stammende Röhrich Eisenbahner werden.

Doch die Gesundheit zwang ihn einen anderen Weg einzuschlagen - zum Glück, wie er heute findet. "Ich wollte unbedingt handwerklich tätig sein, aber nicht mit Technik arbeiten. Ich wollte selbst etwas herstellen", erinnert er sich. Und was lag da näher als die uralte Tradition der Korbflechterei fortzuführen.

So absolvierte Röhrich eine Ausbildung zum Korbmacher in Magdeburg und arbeitete eine Zeit lang in Köthen und Remkersleben in Sachsen-Anhalt, bevor er schließlich in der Ottostadt Magdeburg seinen Meister machte.

Nachdem er einige Jahre in Wanzleben als selbstständiger Korbmachermeister tätig war, entschied er sich 2002 eine Anstellung in Soest anzunehmen. Fast acht Jahre arbeitete er in einer Ausbildungsstätte für Sehbehinderte, obwohl das Leben dort nicht immer einfach war. "Die Arbeit machte mir viel Spaß, aber es war wirklich schwer, sich in der Stadt einzuleben und Zugang zu den Menschen dort zu finden. Ich fühlte mich einfach nie richtig zu Hause."

Auch der Umzug nach Berlin, wo er in einer Blindenwerkstatt arbeitete, milderte die Sehnsucht nach Heimat und Familie nicht. Also beschloss Röhrich einen Schnitt zu machen und kehrte im Juni 2013 wieder zurück nach Wanzleben.

"Mir fehlten die Bodenständigkeit der Menschen in Sachsen-Anhalt und die kurzen Wege hier. Ich wollte einfach wieder nach Hause und bei meiner Familie sein. Außerdem sind aufgrund der langen Abwesenheit leider viele alte Freundschaften eingeschlafen. Die wollte ich wieder aufleben lassen", begründet der Korbmachermeister seine Entscheidung.

"Es hat sich sehr viel getan, besonders im Bereich Infrastruktur. Es ist ein ganz anderes Lebensgefühl, eine andere Lebensqualität in Magdeburg und Umgebung."

Er hat sie nicht bereut. Auch wenn er es heute als Selbstständiger nicht immer einfach hat. "Ich bin viel unterwegs in ganz Deutschland und verkaufe meine Waren sogar auch auf Handwerks- und Bauernmärkten in Frankreich. Viel Zeit für Hobbys bleibt daher nicht."

Wenn Röhrich einmal eine freie Minute hat, dann arbeitet er an seinem Grundstück. Die Entwicklung seiner Region in den letzten zehn Jahren findet der Korbmachermeister sehr positiv: "Es hat sich sehr viel getan, besonders im Bereich Infrastruktur. Es ist ein ganz anderes Lebensgefühl, eine andere Lebensqualität in Magdeburg und Umgebung. Ich fühle mich hier sehr wohl." Deshalb möchte er bleiben und mit seinem Unternehmen auch die Region voranbringen.

Lesen Sie am morgigen Donnerstag eine Folge dieser Serie über den Gourmetkoch Robert Strube.

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