Im Rahmen der Volksstimme-Luftikus-Serie sorgen Dirk Andres (35) und Thomas Butzek (34) für perspektivische Höhepunkte und zeigen die schönsten Seiten Magdeburgs und des altmärkischen Raums im Norden Sachsen-Anhalts aus schwindelerregender Höhe. Aber die beiden Fotografen, die für die Volksstimme tätig sind, steigen nicht selbst in die Lüfte, sondern bleiben mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Die Entdeckung des Luftraums können sie getrost ihren selbst gebauten Hexacoptern überlassen, die sie als kleine unbemannte Luftfahrzeuge mit sechs Motoren und Propellern per Fernsteuerung kontrollieren. Das Bild der Kamera am Hexacopter ist während des Fluges auf einem separaten Monitor zu sehen und lässt sich vom Boden aus auslösen.

"Die Idee hatte Thomas schon sehr, sehr lange, aber erst Ende des letzten Jahres haben wir damit begonnen, Bilder aus einem neuen und anderen Blickwinkel aufzunehmen. Das macht Spaß und ist für uns immer wieder faszinierend", berichtet Dirk Andres. Dabei macht der Blick von oben Dinge sichtbar, die von einem normalen Standpunkt aus leicht übersehen werden. "Unsere Luftaufnahmen am Elbbahnhof zeigen beispielsweise, dass jemand am Ufer den Schriftzug I MD mit Steinen gelegt hat und vor unseren Bildern in Tangermünde wussten wir nicht, dass ein Storch auf dem dortigen Rathausdach nistet", erzählt der 35-Jährige.

Die Fotografen wollen ihre Bilder auch in Form von Leinwänden, Postern oder Postkarten an den Mann bringen und auf diese Art sowohl ihre Heimat in Szene setzen als auch etwas Neues auf den Markt bringen. Doch mit einer gewerblichen Nutzung der Luftbildaufnahme sind zahlreiche Auflagen verbunden: "Grundsätzlich besteht eine Versicherungspflicht und um in ganz Sachsen-Anhalt fliegen zu dürfen, braucht man eine Genehmigung vom Landesverwaltungsamt in Halle. Bei jedem Flug müssen wir uns zusätzlich beim Ordnungsamt der zuständigen Kommune melden", erklärt Andres. Zudem darf der Multicopter eine Flughöhe von 100 Meter nicht überschreiten und das Fliegen über Menschenmengen, großen Straßen oder Unglücksorten ist genauso tabu wie das Eindringen in die Privatsphäre anderer.

Wenn es nicht stürmt oder regnet, kommt die fliegende Kamera ein bis zwei Mal in der Woche zum Einsatz. Zurzeit sind die Geschäftsmänner, die als Firma VEB-Bild auch Auftragsarbeiten von Privat- oder Fremdkunden annehmen, nebenbei mit dem Bau eines Octocopters mit acht Propellern beschäftigt. Dann kann das Fluggerät für die beiden sogar eine schwere Film-Kamera in die Lüfte tragen.

Die nächste Luftikus-Seite in der Volksstimme zeigt am Montag übrigens Stadtfeld von oben. (jgg)

Unter www.pictrs.com/volksstimme können Interessenten Fotos der Luftikus-Serie käuflich erwerben.

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