Nächste Runde im Ärger um den Bau einer Hochwasserschutzmauer in der Zollstraße. Befürworter des Projekts machen jetzt mobil und suchen Unterstützer für das Vorhaben, das auch die Fällung von 90 Linden einschließt.

Werder l Die Junge Union (JU) schaltete am Wochenende die neue Seite frei. Damit geben die Christdemokraten jenen Bürgern eine Abstimmungsmöglichkeit, die das Hochwasserprojekt entlang der Ufermauer in der Zollstraße unterstützen und die dafür auch die Fällung der 90 Linden in Kauf nehmen.

Daniel Reichert aus dem JU-Kreisvorstand begründet: "Die Insellage macht es erforderlich, den Hochwasserschutz zu erhöhen. Wir sprechen uns dafür aus, den ökologischen, ökonomischen und sicherheitsrelevanten Argumenten von Stadt und Land zu folgen: Der Schutz vor Hochwasser muss Priorität vor dem romantisierenden und verklärenden Hängen an den Linden in der Zollstraße haben."

Damit springen die Christdemokraten Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zur Seite, dessen Verwaltung das Projekt vorgelegt hatte, das die Fällung der Linden einschließt. Der OB hatte nach dem Junihochwasser 2013 einen umfassenden Hochwasserschutzplan vorgelegt, der die Mauer in der Zollstraße einschließt. Ursprünglich sollten dabei die Linden erhalten werden. In der Bauvorplanung hatten Untersuchungen dann aber ergeben, dass aus technologischen Gründen ein Erhalt nicht möglich ist. Sowohl die Wurzeln als auch die Kronen würden bei den Baumaßnahmen so stark beschädigt, dass die Bäume die Eingriffe ohnehin nicht überleben würden, hieß es seitens der Bauplaner.

Daraufhin war das Projekt abgeändert worden und sieht nun eine Fällung und Neupflanzung vor. In mehreren Bürgerversammlungen war dieses Projekt vorgestellt worden. Daraufhin gab es auch Protest. Eine Online-Petition für den Erhalt der Bäume zählte zum Schluss 1895 Unterzeichner. Am Donnerstag hatte BUND-Geschäftsführer Oliver Wendenkampf Anzeige gegen die Fällung der Linden erstatet. Er sieht in dem Vorhaben einen Verstoß gegen das Naturschutzgesetz.

Nun läuft der Protest gegen den Protest. "Die Junge Union (JU) Magdeburg schließt sich den Schlussfolgerungen der Landeshauptstadt Magdeburg an. Was zählt, sind Fakten, Argumente und vor allem die nachhaltige Sicherheit der Anwohner statt Öko-Fundamentalismus und Gleichgültigkeit gegenüber einem effektiveren Hochwasserschutz", erklärt Daniel Reichert.

Bis gestern Abend hatten sich 17 Befürworter in die Petition eingetragen.