Magdeburg l Möglicherweise ist auf dem Gehweg an der Helmholtzstraße bei der Unkrautbekämpfung ein Herbizid ausgebracht worden. Dabei handelt es sich um ein vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit zugelassenes Pflanzenschutzmittel. Es ist nicht bienengefährlich und wirkt wurzeltief, hieß es von der Stadt auf Nachfrage. Herbizide sind Substanzen, die störende Pflanzen abtöten sollen.

Ein Volksstimme-Leser ist beim Ausführen seines Hundes auf tote und braune Pflanzen im Bereich der Zaunanlage des neu eingerichteten Spielplatzes aufmerksam geworden. "Wurde hier Gift versprüht?", so die Frage. Bereits vor dem Bau des neuen Kinderareals, das im Juni als "Kleines Königreich" eröffnet wurde, habe er ähnliche Beobachtungen gemacht.

Grundsätzlich werden Pflegearbeiten wie Mäharbeiten und Schnittarbeiten an Bäumen, Sträuchern und Gehölzen auf den 127 Spiel- und Freizeitflächen der Stadt in Handarbeit ausgeführt, so Stadtsprecher Michael Reif. Und: Unkräuter sowie aufkommender Begleitwuchs würden ausschließlich mechanisch entfernt. Herbizide werden in "den darüber hinaus bewirtschafteten Grünanlagen der Landeshauptstadt Magdeburg" eingesetzt.

Die Substanzen kommen in der Stadt jeweils dort zur Anwendung, wo der Einsatz auf den Wegen genehmigt wurde. Weder der Spielplatz noch sein Umfeld an der Helmholtzstraße seien Bestandteil der Ausnahmeregelung, so Reif. Derzeit werde geprüft, wie es zur möglichen Verwendung kommen konnte. "Bestätigt sich der Verdacht, wird der Sachverhalt intern ausgewertet, so dass eine erneute Anwendung in diesem Bereich ausgeschlossen ist", so der Stadtsprecher.

Das Mittel werde gemäß der Gebrauchsanweisung "stark verdünnt und punktuell auf die Pflanze aufgebracht". Das Bundesamt für Risikobewertung habe den Einsatz des Wirkstoffes neu bewertet und "kam zu dem Ergebnis, dass das Mittel keine schädigende Wirkung auf die Tiergesundheit hat", hieß es weiter.

Herbizide sind im Handel erhältlich. Käufer werden auf deren Anwendung in eingegrenzten Flächen hingewiesen. Unter anderem werden weltweit etwa 90 Prozent der Sojafelder, 71 Prozent der Getreide- und allein 63 Prozent der Weizenfelder mit Herbiziden behandelt.