Beyendorfer Grund l Längere Flugverbote zum Lärmschutz rund um den Flugplatz Magdeburg-Süd sind endgültig vom Tisch. Die Grünen, unterstützt von der Linken/Gartenpartei, holten sich am Donnerstag im Stadtrat damit eine Abfuhr. In einer namentlichen Abstimmung scheiterte der Vorstoß klar an den Stimmen von CDU/FDP/BfM und SPD.

Während aktuell von 22 bis 6 Uhr strikte Nachtruhe für den Flugplatz gilt, wollten die Grünen, angeführt von Fraktionschef Olaf Meister, ein Flugverbot bis 7 Uhr morgens sowie mittags von 13 bis 15 Uhr und nach Sonnenuntergang durchsetzen. Hintergrund: Anwohner klagen seit langem vor allem über Lärm durch Sportflieger. Meister zur Lage derzeit: "Unten gilt die Stadt-ordnung, da darf ich zu den Ruhezeiten nicht den Rasen mähen, aber oben darf ich mit einem höheren Lärmpegel fliegen." Auch Linken-Fraktionschef Frank Theile warb um Unterstützung: "Es gibt seit Jahren permanent massive Beschwerden, die Ruhezeiten sollten den Menschen Entlastung verschaffen, auch wenn sie vielleicht in der Minderheit sind. Wir bekommen das Problem sonst nicht vom Tisch." Dennis Jannack (Linke/Gartenpartei) ergänzte: "Es geht um Lebensqualität für die Einwohner in Fermersleben, Salbke und Westerhüsen. Der Lärm hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen und wird vor allem von Gyrokoptern verursacht, die tief und langsam fliegen, die segeln wie Rasenmäher in der Luft." Ein weiteres Problem seien Antonow-Flüge für den gewerblichen Fallschirmsprung: "Das Problem wird erst einmal über eine Kleine Anfrage im Landtag gelöst, die darf jetzt erst einmal nicht fliegen, was viele Menschen aufatmen lässt, weil diese sehr viel Lärm verursacht hat", so Jannack.

In puncto Ruhezeiten steht unterdessen fest: Die Stadt hat rechtlich keine Handhabe. Grund: Strenge Auflagen dürften erst bei mehr als 15 000 Flugbewegungen im Jahr verhängt werden - und die verbucht der privat betriebene Flugplatz derzeit nicht. "Wir können es nicht anweisen, aber wir können mit dem Betreiber Verhandlungen führen", so die Auffassung von Olaf Meister.

Doch die Betreibergesellschaft hatte längeren Ruhezeiten bereits im Vorfeld eine Absage erteilt. Geschäftsführer Heinz Mürke hatte in der Volksstimme erklärt: "Ich würde die Forderungen verstehen, wenn es hier wirklich Fluglärm gäbe. Aber der ist gar nicht da. Der Lärm wird von Einzelnen mehr gesehen als gehört." Wigbert Schwenke (CDU/FDP/BfM) sagte zwar: "Ich kann die Menschen, die sich belästigt fühlen, hundertprozentig verstehen." Jedoch: "Wir können nur machen, was rechtlich möglich ist."

Ähnlich wie Schwenke betonte auch Jens Rösler (SPD): "Wir sind für den Erhalt des Verkehrslandeplatzes in der jetzigen Form. Und dazu gehört natürlich auch, dass er wirtschaftlich betrieben werden kann. Da können wir nicht diese Begrenzungen vornehmen."

Mehr Flugverbotszeiten am Magdeburger Flugplatz wird es erst einmal nicht geben; ob die Diskussionen sich damit beruhigen, ist fraglich.