Magdeburg l Angst vor großen Projekten hat der Domförderverein nicht. Ob für die Stufen des Nordturms, die Bleiglasfenster der Marienkapelle oder das "Goldene Band" im Langhaus des Doms - wenn der Förderverein eine Aktion startet und um Spenden für den "Patienten Dom" bittet, geben die Magdeburger gern. Für das kommende Jahr haben sich der Verein und seine rund 130 Mitglieder wieder etwas Großes vorgenommen: den Lettner.

Ein Lettner ist eine "Chorschranke", das heißt, vor der Reformation trennte in Domen ein Lettern das Priesterkollegium vom Rest der Kirche, die Geistlichen also von den "einfachen" Gläubigen. Die Lettner waren und sind meist reich verziert und mit zahlreichen Heiligenfiguren geschmückt. Nach der Reformation verloren Lettner an Bedeutung, viel wurde versetzt oder gar abgerissen. Der im Magdeburger Dom blieb glücklicherweise erhalten.

Und braucht jetzt Hilfe. "Der Lettner hat im Laufe der Jahrhunderte gelitten", sagt Ralf Lindemann, zuständiger Bauleiter der Stiftung Dome und Schlösser Sachsen-Anhalt. Teile von Figuren und Verzierungen seien abgebrochen, das Maßwerk sei beschädigt und Schmutzablagerungen müssten entfernt werden. "Der Lettner wurde auch nicht ganz sauber gebaut. Vor allem passt die Farbe der Fugen nicht zu der des Sandsteins", erklärt Ralf Lindemann weiter. "Wenn man genau hinsieht, erscheinen die Fugen wie ein ,Netz` über dem Gesamtbild."

Von den nötigen Restaurierungsarbeiten habe man zurzeit erst einmal nur eine grobe Vorstellung. Darum werde eine sogenannte "Probeachse" erstellt. Dieser Fachbegriff bedeutet, dass an einer bestimmten Stelle der Lettner gesäubert und nach seiner Beschaffenheit analysiert wird, also, mit welchem Stein und welcher Fugenmasse man es zu tun hat und woraus die Schmutzablagerungen bestehen. Erst nach den Ergebnissen dieser "Probeachse" könnte genau gesagt werden, was zu tun ist und vor allem: was die Restaurierung kosten wird.

Und an dieser Stelle kommt dann wieder der Domförderverein ins Spiel. "Wir als Verein haben beschlossen, den Lettner restaurieren zu lassen und dafür eine große Spendenaktion auf die Beine zu stellen", sagt Stephen Gerhard Stehli, Vorsitzender des Vereins. Wie die Spendenaktion aussehen soll, könne man noch nicht sagen. "Wir müssen natürlich erst einmal die Kosten kennen." Und auch der Zeitpunkt des "Startschusses" der Aktion stehe noch nicht ganz fest, voraussichtlich aber noch in diesem Jahr. "Vielleicht zum Advent", sagt Stehli.

 

Bilder