Magdeburg l Mitten in der Badesaison kochten im Juli die Gemüter am Barleber See hoch. Für ein Waldstück am Barleber See hatte die angrenzende Anglersiedlung Barleber See e.V. bereits zum dritten Mal seit 2012 eine Jagderlaubnis bei der Stadt beantragt. Nicht allen Siedlern gefiel das, so dass öffentlich Unmut geäußert wurde.

Im Zuge der Volksstimme-Berichterstattung stellte sich heraus, dass die Mitglieder der Anglersiedlung offenbar gar nicht dazu berechtigt sind, solche Entscheidungen für das fragliche Grundstück zu treffen, da es ihnen nur in Teilen gehört. Insgesamt 237 einzelne Eigentümer gibt es für das Waldstück, die rund herum verteilt sind. Beim Kauf ihrer Grundstücke von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) vor gut fünf Jahren hatten die Seesiedler auch die öffentlichen Flächen wie Wege und eben das Wäldchen anteilig erworben.

Aus Sicht der Stadtverwaltung ändert das aber nichts an der Entscheidung, die als Grund für den Jagdbedarf genannten Wildschweine zum Abschuss freizugeben. Aufgrund steigender Schäden durch zu hohe Schwarzwildbestände habe eine "Grundstückseigentümer-Gemeinschaft" seit 2012 einen Antrag gestellt, erklärt Rathaussprecher Michael Reif auf Nachfrage. "Das Ordnungsamt hatte keine Zweifel an dem Antrag, weil mitgeteilt worden war, dass zuvor eine Abstimmung der Grundstückseigentümer erfolgte", sagt er weiter.

Nach einer kürzlich erfolgten Rücksprache mit einem Vertreter der Eigentümergemeinschaft sehe die Verwaltung derzeit keinen Handlungsbedarf. "Bislang wurde kein Abschuss vorgenommen", erklärt Reif zudem weiter.