Training für Mutter und (Känguru-) Baby
Kanga ist ein sanftes Training für frischgebackene Mütter mit ihren Babys. Die Übungen trainieren den ganzen Körper. Dabei schonen sie den Beckenboden und kräftigen ihn.
Die "Kangababys" werden während des Trainings in einer Tragehilfe an den Bäu- ch en oder auf den Rücken der Mütter getragen.
Das Training ist nach vaginaler Geburt nach sechs Wochen, nach einem Kaiserschnitt nach zwölf Wochen möglich. Im Zweifelsfall sollte der Gynäkologe sein Okay dazu geben.
Das in Österreich von der ehemaligen Tänzerin Nicole Pascher entwickelte Kanga wird mittlerweile weltweit von lizenzierten Trainerinnen angeboten.

In Magdeburg beginnt das Training bei Alice Pechauf nach der Sommerpause voraussichtlich im Oktober. Die Räume am Moritzplatz 2 werden derzeit mama- und babygerecht hergerichtet. Der aktuelle Stand der Arbeiten kann im Internet unter www.facebook.com/moritz.magdeburg verfolgt werden. Bei Interesse können sich Mütter per E-Mail an alice@kangatraining-magdeburg.de zum Kursbeginn informieren.

Magdeburg l Cordula Block stemmt sich auf den Unterarmen über die Gymnastikmatte. Anstrengend. Doch Nachgeben kommt nicht in Frage. Denn unter ihr liegt ihr sechs Monate alter Sohn Henri und strahlt sie an. Die beiden sind zum ersten Mal bei einer Kanga-Stunde der Trageberaterin Alice Pechauf. "Ich wollte auch mit Kind gern etwas machen, um fit zu bleiben", sagt die 28-jährige Mutter. Bei der Suche nach einer Möglichkeit sei sie auf das Kanga-Training gestoßen. Dabei bewegen sich frischgebackene Mütter zu Musik, gemeinsam mit ihren in ein Tragetuch gewickelten Babys. "Die Übungen kräftigen den gesamten Körper, sind aber sehr sanft sowie gelenk- und beckenbodenschonend", sagt Alice Pechauf.

"Wir trainieren nicht für Olympia, es soll vor allem Spaß machen." - Alice Pechauf, Kangatrainerin

Nach dem abgewandelten Liegestütz mit Babys mentaler Unterstützung soll der Bauch trainiert werden. Also auf die Matte setzen mit angewinkelten Beinen, darauf das Kind und mit dem Oberkörper so weit nach hinten lehnen, wie es die Muskeln zulassen. "Wir trainieren nicht für Olympia, es soll vor allem Spaß machen", ruft Pechauf in die Runde der 14 Mutter-Kind-Trainingspaare. Sie sagt: "Primär seid ihr immer Mamas. Wenn sich eure Kinder melden, wickelt sie, stillt sie, ruht euch aus."

Gesagt, getan - zumindest auf der Seite der Kleinen. Nach einer halben Stunde schlafen die ersten Babys, an Bäuche oder Rücken der Mütter gekuschelt, die jetzt im Takt der Musik Aerobic-Schrittfolgen tanzen. Gut für die Kondition und die Sauerstoffversorgung des Körpers. Und extra anstrengend dank Baby-Hantel. "Hinterher ist das ausgeschlafene Kind wieder fit und die Mama k. o.", sagt Anne Diesing. Seit März besucht sie mit ihrer neun Monate alten Tochter Julia das Kangatraining. Für sie die einzige Möglichkeit, Sport zu machen. Diesing erklärt: "Die Kleine würde quengeln, wenn ich sie beim Sport weglege. Wenn ich sie dabei trage, schläft sie beruhigt ein." Ähnliche Erfahrungen hat Janine Bertram gemacht. Sie sagt: "Bei der Rückbildung werden die Kinder oft in der Mitte geparkt. Spätestens nach einer halben Stunde war Leonard gelangweilt und hat geschrien." Beim Kanga hingegen werde er sanft in den Schlaf geschaukelt.

Entwickelt hat das Training die ehemalige Tänzerin Nicole Pascher im Jahr 2008. Die Wienerin arbeitet seit mehr als 20 Jahren in der Fitnessbranche mit Spezialisierung auf Training vor und nach der Geburt. Nach der Geburt ihres dritten Kindes wollte sie wieder Sport machen. Doch ihre Tochter hatte keine Lust, danebenzuliegen und zuzusehen. Sie gab dem Training den Namen der Kängurumama aus dem Zeichentrickfilm Winnie Pooh: Kanga.

Alice Pechauf hat die Ausbildung zur lizenzierten Kangatrainerin 2012 in Wien absolviert und ein Jahr später in der Elbestadt mit den Trainingsstunden begonnen. Anfangs noch in einem angemieteten Tanzstudio in Stadtfeld untergebracht, geht es nach der Sommerpause voraussichtlich im Oktober in eigenen Räumlichkeiten am Moritzplatz weiter. Cordula Block und Henri sind dann auf jeden Fall mit dabei. "Das Training war wirklich anstrengend und Henri ist sofort eingeschlafen. Ich denke, dass es für ihn angenehm war", sagt Block. "Deshalb kommen wir wieder."

 

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