Ein Sportfest für Menschen mit Down-Syndrom, das hat in Deutschland Seltenheitswert. In Magdeburg gibt es jährlich eine solche Veranstaltung für sie - und das zum zehnten Mal.

Magdeburg l "Der Einlauf ist für mich immer wieder ein sehr bewegender Moment", beschreibt Denise Neubert, die mit ihrer Tochter Vanessa schon seit vielen Jahren am Sportfest für Menschen mit Down-Syndrom teilnimmt. Nicht nur ihre Tochter ist mit Begeisterung bei der Sache. Auch die Mutter kommt immer wieder gern. "Man hat das Gefühl, es geht anderen auch so", begründet sie. Sie würde sehen, dass sich viele Familien tagtäglich den Herausforderungen stellen, die ein behindertes Kind mit sich bringt. "Und das gibt mir Kraft."

Knapp 200 Teilnehmer von 3 bis über 50 Jahre haben sich am Sonnabend in einen sportlichen Wettstreit begeben. Viele von ihnen sind seit Beginn dabei. 120 Helfer wirkten mit, 500 angemeldete Gäste wie Betreuer und Familien sowie etliche Zuschauer kamen.

"Der Gesellschaft mal etwas zurückgeben."

Axel Möbius

Das Glänzen in den Augen der Teilnehmer, der Stolz über ein erreichtes Ziel geben den Veranstaltern Recht. Auch wenn es für sie jedes Jahr mit Ungewissheit verbunden ist, ob sie genügend Geld für das Fest einwerben können, "machen wir es, solange wie es geht", sagt Jörg Möbius vom Organisatorenteam. Einst hat er als Vater eines Kindes mit Downsyndrom teilgenommen, heute bringt er sich selbst ein, um das Sportfest zu erhalten. Bundesweit gibt es nur eine weitere Veranstaltung dieser Art - in Frankfurt am Main.

Die Organisatoren sorgten am Sonnabend für ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm - Modenschau, Feuerwehr, Tischtennis, Tanzkurs, Trommelworkshop, Kinderschminken und vieles mehr. Unter anderem bringen sich seit Beginn auch die Schüler des heutigen Jiu-Jitsu-Clubs "Yawara Ryu" ein. Axel Schöning etwa hat schon eine Reihe von T-Shirts im Kleiderschrank, die ihn an die Veranstaltungen erinnern. Für ihn ist der Tag eine Möglichkeit, "der Gesellschaft mal etwas zurückzugeben". Und er schwärmt: "Das sind so liebe Menschen, die so viel Wärme ausstrahlen." An diesem Tag vergesse Schöning den Alltag und tue einfach mal etwas Gutes. Junge Leute aus dem Club dafür zu gewinnen, sei nicht schwierig. Gern würden sie Erfolgserlebnisse schenken, denn die Teilnehmer sollen als Sieger von der Matte gehen.

"Es ist hier eine tolle Atmosphäre und macht einfach Spaß."

Lambert Erlebach

Und Eltern und Kinder sind dafür dankbar, auch Lambert Erlebach und sein Sohn Tim. "Es ist hier eine tolle Atmosphäre und macht einfach Spaß. Wo sonst hat man so viele fröhliche Menschen auf einem Haufen?", fragt er rhetorisch.

Verlierer gibt es beim Down-Sportfest jedenfalls nicht. Jeder erhielt am Ende eine Medaille und verließ die zehnte Auflage des Down-Sportfestes mit stolz geschwellter Brust.

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