Magdeburg l Ein Antrag der Stadtratsfraktion CDU/FDP/Bund für Magdeburg zum geplanten Spielplatzbau in Cracau sorgt für Missstimmung bei der Interessengemeinschaft (IG) "Friedrich-Ebert-Straße". In einem offenen Brief, der auch der Volksstimme vorliegt, wendet sich die IG an alle Stadtratsfraktionen und bittet um Unterstützung zur Realisierung des Spielplatzes sowie einer bedarfsgerechten Kita an der Struvestraße.

In der jüngsten Stadtratssitzung reichte die Fraktion CDU/FDP/Bund für Magdeburg einen Ergänzungsantrag zum geplanten Spielplatzbau an der Struvestraße ein. "Sollte durch diesen Bau (Ersatzneubau einer Kindertagesstätte, Anmerkung der Redaktion) ein öffentlich zugänglicher Spielplatz nicht umsetzbar sein, ist nach einer Ersatzlösung in der näheren Umgebung zu suchen", heißt es im Antrag. Hierbei soll auch die Grünfläche in der Herweghstraße, zwischen Lasallestraße und Johannes-Münze-Straße, in Betracht gezogen werden.

"Cracau benötigt dringend einen weiteren Spielplatz. Die Fläche zwischen Cracauer Straße und Struvestraße erscheint recht klein, um Kita, Spielplatz und den Neubau von Norma flächenmäßig unterzubringen. Sollte in diesem Bereich kein Spielplatzbau möglich werden, sollte für die Kinder in Cracau eine Ersatzfläche gefunden werden", begründet CDU-Stadtrat Manuel Rupsch seinen Prüfauftrag an die Stadt.

Für die IG ist die mögliche Verlegung der Spielfläche keine Lösung, um ein Cracauer Stadtteilzentrum zu schaffen. "Für die Kinder und Familien auf der Westseite der Cracauer Straße ist der neue Spielplatz an der Struvestraße wichtig", erklärt IG-Sprecher Klaus-Dieter Pantke gegenüber der Volksstimme. Schon im B-Plan 262-1 von 2004/2005 sei daher an dieser Stelle ein öffentlicher Spielplatz bereits vorgesehen. "Die Grünfläche in der Herweghstraße verfügt bereits über eine große Bolz- und Spielplatzfläche. Im Übrigen hätte der erweiterte Ausbau der Spielflläche an der Herweghstraße nichts mehr mit dem Stadteilzentrum Cracau zu tun", argumentiert Pantke.

Bürger wünschen sich grünes Stadtteilzentrum

Nach langer, kontroverser Diskussion in der betroffenen Bevölkerung wurde der Bebauungsplan "Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße" im März offengelegt. Der von der Stadtverwaltung vorgelegte Planungsentwurf sieht einen öffentlichen Spielplatz und eine Kita vor, aber auch die Erweiterung des vorhandenen Edeka Marktes, die Neuansiedlung von Norma, den großflächigen Bau von weiteren Parkplätzen und die Verlängerung der Friedrich-Ebert-Straße als Hauptverkehrsstraße durch das bestehende Wohngebiet.

Mehrere Seiten füllte die IG "Friedrich-Ebert-Straße" mit Einwänden gegen den Bebauungsplan für das Areal zwischen Struvestraße und Cracauer Straße. Sie wollen mehr Grünflächen und Begegnungsstätten, anstelle von großflächigen Parkplätzen und weiteren Lebensmittelmärkten. "Bislang haben wir jedoch noch keine Rückmeldung seitens der Stadt bekommen", erzählt der Cracauer und ergänzt: "Die Bürger in Cracau wünschen sich ein Stadtteilzentrum, welches zum Verweilen einlädt, über eine kleine Parkanlage und einen Spielplatz sowie eine Mehrzweckfläche für ein Stadtteilfest verfügt", argumentiert Pantke.