Magdeburg (ad) l Der Asylantrag der Mitte Juni aus Deutschland abgeschobenen und wieder eingereisten Familie Haji aus Mali und Nigeria ist erneut abgelehnt worden. Das sagte eine Sprecherin der Familie der Volksstimme. Verbunden mit der Entscheidung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) ist eine erneute Anordnung der Abschiebung der Familie nach Italien. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Die Familie ist nun auf der Suche nach Kirchenasyl und steht mit mehreren Gemeinden in Kontakt.

Der Fall sorgte für heftige Diskussionen. Es ist nach wie vor unklar, unter welchen Umständen die Familie Mitte Juni aus Magdeburg nach Italien abgeschoben wurde. Nach kurzer Zeit kehrte die Familie nach Deutschland zurück und stellte einen Asylfolgeantrag (Volksstimme berichtete). Aus dem Unterstützerkreis heißt es, dass eine "unbekannte Frau" die Zugtickets der Familie von Italien nach Deutschland gezahlt habe. Eine Folge der heftigen Debatte war, dass Magdeburg seine Abschiebepraxis überdenkt. Die Landeshauptstadt setzte ihre bisherige Praxis, Abschiebung nicht mehr auf den Tag genau anzukündigen, aus. Ein Resultat der geänderten Praxis ist, dass viele Abschiebungen platzen, da die Betroffenen im letzten Moment untertauchen. Wie mit diesem Thema in Zukunft umgegangen werden soll, wird gerade erarbeitet und in den Fachausschüssen diskutiert. Aufgrund der steigenden Flüchtlingszahlen soll auch die Ausländerbehörde personell aufgestockt werden. Auch entstehen in Magdeburg zwei neue Asylbewerberheime.

Wenn Familie Haji nun Kirchenasyl beantragen will, geht sie den gleichen Weg wie Mohamed Camara (Volksstimme berichtete). Der aus Mali stammende Mann sollte ebenfalls abgeschoben werden, flüchtete aber kurz vorher und erhielt in der evangelischen St.-Petri-Gemeinde in Wolgast (Mecklenburg-Vorpommern)Kirchenasyl. Dort soll sich der junge Mann noch immer aufhalten.