Im Rahmen des "Tages des Eigentums", ausgerichtet am Sonnabend von der "Eigentumsschutzgemeinschaft Haus Grund", wurde ein heikles Thema in den Mittelpunkt gestellt: Was kann gegen sogenannte "Schrottimmobilien" im Südosten der Stadt getan werden?

Salbke l Nein, "Schrottimmobilien" wolle er solche Gebäude nicht nennen. "Denn Schrott schmeißt man weg", sagt Holger Neumann. Der Präsident von "Haus Grund" nennt sie lieber "verwahrloste Immobilien", denn die hätten ja noch eine Chance. Der Südosten von Magdeburg leidet aber unter Immobilien, die von ihren Eigentürmern aufgegeben wurden und verfallen oder aber als Spekulationsobjekt nicht mehr gepflegt werden. Darüber war man sich am Sonnabend auf dem Diskussionspodium einig. Neben Neumann hatten die Stadträte Frank Schuster (CDU), Falko Grube (SPD), Olaf Meister (Grüne) und Dennis Jannack (Linke) dort Platz genommen. Die Stadt war durch den Baubeigeordneten Dieter Scheidemann vertreten, das Bauministerium durch Referatsleiter Joachim Stappenbeck.

Die Fakten sind klar: Besonders durch die vielen Industriebrachen und den starken Durchgangsverkehr hat sich der Südosten der Stadt zum Sorgenkind der Magdeburger Stadtplanung entwickelt. Der Sanierungsstau ist beträchtlich. Die Frage war, was dagegen getan werden könnte.

Die Stadt setzt auf mehr Druck auf die Hauseigentümer. Man habe für die Stadt 350 "Schrottimmobilien" aufgelistet, so Dieter Scheidemann. Jetzt würden alle Besitzer ermittelt, angeschrieben und auf ihre Pflichten aufmerksam gemacht. "Wir suchen das Gespräch, denn einfach handeln können wir nicht, da der Schutz den Eigentums Vorrang hat."

Holger Neumann fordert mehr Förderung. Es gebe durchaus Kaufwillige und auch eine Investitionsbereitschaft. Durch zusätzliche Fördermittel könnte dieses noch verstärkt werden. Der Verband Haus Grund verfolge die Strategie, mit den Besitzern der betroffenen Gebäude beratende Gespräche aufzunehmen.

Olaf Meister fordert eine deutliche Verkehrsberuhigung der Hauptstraße, bessere Rad- und Gehwege. Dies werde dazu führen, dass die Wohnqualität steige und sich vor allem junge Familien für den Südosten interessierten. Für Oliver Müller stehen die Rahmenbedingungen im Vordergrund. Die Stadt müsse jetzt damit anfangen, bei der Stadtteilsanierung nicht mehr "in der Fläche" zu planen wie nach 1990, sondern auch objektbezogen aktiv zu werden, wenn es sich um städtebaulich wichtige Gebäude handele. Für Falko Grube und Frank Schuster ist es wichtig, dass die Stadt und der Stadtrat schneller handeln als bisher. "Aber durch die ersten Abrisse ist man auch im Rathaus wach geworden und hat das Problem erkannt", sagt Schuster.