Mit 60000 Euro unterstützt die Evangelische Schulstiftung in der EKD die Magdeburger Domgrundschule in ihrem letzten Jahr vor der staatlichen Anerkennung. Ein weiterer Förderscheck ist in Aussicht - sollten die Pläne für eine Domsekundarschule konkreter werden.

Von Stefan Harter

Altstadt l Mit 22 Jungen und Mädchen startete Schulleiterin Grit Förster vor zwei Jahren die neue Grundschule mit evangelischer Prägung im Herzen der Stadt. In diesem Schuljahr besuchen bereits 90 Schüler das historische Schulgebäude in der Prälatenstraße. Zu Beginn dieses Schuljahres wurden zwei 1. Klassen eingeschult. Eigentlich erst für 2015 geplant, war der Andrang so groß, dass sich das Kuratorium des Domgymnasiums, der Träger der Grundschule, dazu entschied, erklärt dessen Vorsitzender Jochen Fischer.

Derzeit ist die Domgrundschule im letzten Drittel der drei Jahre andauernden "Probezeit" für neue Schulen in freier Trägerschaft. Erst danach, also mit Beginn des Schuljahres 2015/2016, kann sie als Ersatzschule offiziell anerkannt werden und es gibt entsprechende finanzielle Förderung vom Land.

In diesem Jahr muss der Trägerverein Personal-, Miet, Sach- und sonstige Kosten noch einmal aus eigenen Mitteln stemmen. "Das ist ein enormer Kraftaufwand", sagt Jochen Fischer. "Wir werden aber Ende des Jahres den Antrag auf Anerkennung stellen", erklärt die Schulleiterin selbstbewusst und geht auch fest davon aus, dass er genehmigt wird: "Das wird so sein."

Willkommene Unterstützung im letzten Jahr der finanziellen Eigenständigkeit gibt es jetzt von der Evangelischen Schulstiftung in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Diese fördert seit 1993 den Aufbau und die Entwicklung evangelischer Schulen vor allem in Ostdeutschland. Über 160 Einrichtungen wurden bisher finanziell unterstützt, in Magdeburg neben der Domgrundschule war das bereits auch die Evangelische Grundschule in Stadtfeld.

Den Förderscheck über 60000 Euro überreichte gestern die pädagogische Geschäftsführerin der Schulstiftung, Annerose Fromke. 60 Mal könnte man damit nach Japan fliegen, erklärte sie den Schülern. Ihr zweites Beispiel für eine mögliche Verwendung ließ diese laut jubeln: "200 Kinderfahrräder könnte man damit kaufen, für jeden von euch zwei." Nachdem wieder Ruhe eingekehrt war, erinnerte sie als Drittes aber auch daran, dass ein Bäcker für so viel Geld drei Jahre lang arbeiten muss. Natürlich werden mit dem Geld keine 200 Räder gekauft. Vielmehr wird das Geld für den laufenden Schulbetrieb oder für die Anschaffung von Schulmaterialien genutzt.

Dietrich Lührs, Leiter des Domgymnasiums, brachte dann das Thema zweite weiterführende Schule in seiner kurzen Rede selbst aufs Tapet. "Die Zusammenarbeit war so gut", sagte er in Richtung von Annerose Fromke, "dass wir wieder zu ihnen kommen, wenn wir uns für eine Sekundarschule entschließen." Auf Nachhaken der Volksstimme bestätigte er nur, dass es zwar entsprechende Überlegungen gebe, konkrete Pläne jedoch noch nicht. "Ich hoffe aber, dem Kuratorium bald Vorschläge unterbreiten zu können", erklärte er.

Annerose Fromke begrüßte dies und unterstrich das Anliegen ihrer Schulstiftung, ein evangelisch geprägtes Angebot für alle Altersgruppen und Bildungsformen zu unterstützen. Eine zweite weiterführende Schule wäre somit die ideale Ergänzung neben Grundschule und Gymnasium.