Mageburg l Der Bund verabschiedet sich aus Magdeburg. Mit dem geplanten aus für das Wasser- und Schifffahrtsamt könnte die letzte eigenständige Bundesbehörde aus der Landeshauptstadt verschwinden, wenn die Pläne des Bundesverkehrsministeriums durchgesetzt werden – die Volksstimme berichtete.

Dagegen macht die Stadt jetzt Front: In einer Pressekonferenz mit Oberbürgermeister Lutz Trümper und dem Wirtschaftsbeigeordneten Rainer Nitsche am Freitagmorgen informierten die beiden über das weitere Vorgehen. Der Oberbürgermeister kündigte an, sich mit dem Bundesverkehrs-, aber auch mit dem Bundeswirtschafstministerium in Verbindung zu setzen. Zudem sollen die Bundespolitiker aus der Region sowie Vertreter der Landespolitik zusammengerufen werden, um sich abzustimmen.

Schon seit geraumer Zeit wird im Bundesverkehrsministerium an der Reform der gesamten Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes gearbeitet. Dabei sollen die derzeit bundesweit 39 Wasser- und Schifffahrtsämter auf künftig nur noch 18 Ämter reduziert werden. Damit einher geht auch ein neuer Zuschnitt der Amtsbereiche. "Alle bisherigen Planungen gingen stets davon, dass für den Elbbereich von der tschechischen Grenze bis nach Hamburg ein einheitlicher Amtsbereich mit Hauptsitz in Magdeburg und Außenstellen in Lauenburg und Dresden gebildet wird", so Oberbürgermeister Lutz Trümper. "Völlig überraschend wurde dieses in sich stimmige Konzept nun im Bundesverkehrsministerium geändert."

Statt, wie aus sachlichen und fachlichen Gründen geboten, die Aufgaben an zentraler Stelle in Magdeburg zu bündeln, solle der zusammenhängende Elbraum nun aufgeteilt werden. Magdeburg sei allem Anschein nach in dieser neuen Struktur lediglich die Rolle einer Außenstelle zugedacht. Diese völlige Abkehr vom bisherigen, wohlbegründeten Konzept ist nicht nachvollziehbar. Neben den Arbeitsplätzen in Magdeburg und Umgebung geht es dabei auch um die zentrale Lage der Stadt an der Elbe sowie am Knotenpunkt des Wasserstraßenkreuzes. Rainer Nitsche ergänzte, das Magdeburg mit dem größten ostdeutschen Binnenhafen für die Ansiedlung der entsprechenden Verwaltung prädestiniert sei.