Magdeburg (pl) I Da kommen zwei zusammen, die nicht leise sind, aber sehr subtil formulieren können: Der Dresdner Weltbürger Günter Baby Sommer und der Dichter der Provinz, Ludwig Schumann. "Der Dreizeitenpsalm - ein Deutschlandbild" heißt das Programm, in dem sich die beiden die Bälle gegenseitig zuwerfen, bald fragend, bald klagend, bald zornig, die geliebte Stille zerfetzend. Am heutigen Sonnabend ist das Programm ab 20 Uhr in der St.-Petri-Kirche in der Jakobstraße zu sehen.

Die drei Zeiten, von denen Schumann und Sommer erzählen, sind die Nachkriegszeit, noch vom Trauma des Zweiten Weltkriegs ergriffen, die Zeit der DDR, die aus dem Trauma des Zweiten Weltkriegs hervorging, inklusive der Zeit des politischen Umbruchs, und "die in falschem Glanze erstrahlende Zeit der Wirtschaftsdiktatur nach der friedlichen Restauration", so die Autoren. Liane Bornholdt, 2010 verstorbene Kulturkritikerin, bescheinigte Schumann schon früh, dass er sehr genau sein Umfeld wahrnehme und noch genauer formuliere. Im "Dreizeitenpsalm" legt er das Ergebnis seiner Analyse vor. Sommer las es und schlug vor, damit gemeinsam auf die Bühne zu gehen. Das habe Kraft. Friedrich Schorlemmer schrieb gar, "das sind beeindruckende Texte, das sind Dokumente für die Zukunft". Nun die Premiere dieses außerordentlichen Programms.

Der Abend ist eine Idee der AG JAZZ Magdeburg gemeinsam mit dem Roncallihaus Magdeburg.

Karten gibt es an der Abendkasse.