Magdeburg l "Frag, Rudi!", hieß es auf jede Reporterfrage zu baulichen Details der alten Festungsanlagen, die sich unter der Gartenanlage in der Nähe der Hallischen Straße befinden. Rüdiger Stefanek taucht schließlich mit Stirnlampe und dreckverschmiert aus dem kleinen Loch hinter einer Gartenhecke auf. Dort, vergessen seit vielen Jahren, befindet sich die enge Wendeltreppe, die gut vier Meter in die Tiefe unter die Bahngleise in Richtung Leipzig führt.

Bis zum Mittag haben die Freiwilligen die von der Bahn zur Verfügung gestellten Container bereits gut mit Schutt und Dreck gefüllt. "Vor einem Jahr bin ich da noch reingekrochen und musste mich sogar abseilen", erzählt Stefanek. Jetzt kann man normal hinabsteigen. Anhand alter Pläne und Luftaufnahmen hatte er den Zugang lokalisiert. Erst mit Unterstützung der neuen Pächterin konnte jetzt die Freilegung stattfinden. Sie will nicht genannt werden, aus Angst vor Vandalismus. Sie findet die Aktion aber spannend, beobachtet mit ihrer Tochter die "Minenarbeiter" und staunt, was sie alles hervorholen. Ein Stahlhelm, ein Bajonett, eine alte Teekanne sind z.B. darunter. Ein Gummiball und eine Konserve lassen darauf schließen, dass zumindest zu DDR-Zeiten Müll abgeladen wurde.

In den salzverkrusteten Gängen weiter hinten war aber bestimmt seit über 50 Jahren niemand mehr, meint Stefanek und zeigt auf Kerzen aus Luftschutzkellerzeiten. Ist der Gang des alten Eisenbahntores freigelegt, seien später einmal Führungen denkbar.

 

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