Magdeburg l Die Fußgängerunterführung am Damaschkeplatz war viele Jahre nicht nur eine sichere Möglichkeit, die Straßenseite zu wechseln. Die Wände sind massiv mit Graffiti beschmiert. Außerdem stinkt es dort nach Fäkalien, wurde der Tunnel immer wieder auch als öffentliches Klo missbraucht. Sorgen, dass sich mit der Verfüllung des Tunnels diese Probleme verschieben, habe die Stadtverwaltung jedoch nicht, teilte Pressesprecher Michael Reif am Montag auf Volksstimme-Nachfrage mit. Grund: "Es gibt kein Bauwerk dieser Art in der Nähe", informierte er.

Passanten, die die Nachricht von der Verfüllung nicht mitbekommen hatten, standen gestern indes verdutzt vor den Treppen und Rampen, die nach unten führen. Rot-weißes Flatterband versperrte den Weg. Der Tunnel ist nur noch Handwerkern und Bauarbeitern zugänglich. Elektriker demontierten gestern bereits Lampen, die bislang Licht gespendet hatten. Auch die Geländer und Handläufe haben sie bereits entfernt, um Baufreiheit für die Städtischen Werke Magdeburg (SWM) zu schaffen. Der Versorger möchte durch den Tunnel Leitungen verlegen lassen. Das Bauwerk aus den 1970er Jahren wird auch langfristig nicht mehr nutzbar sein. Denn nachdem dort die Versorgungsleitungen verlegt sind, wird der Tunnel verfüllt.

Die Stadtverwaltung bittet Fußgänger, die am Damaschkeplatz die Straße überqueren möchten, die Ampeln an der Olvenstedter Straße und dem Editharing beziehungsweise Adelheidring zu nutzen. Radfahrer, die vom Editharing kommen und in Richtung Stadtzentrum wollen, können alternativ auch den für beide Fahrtrichtungen freigegebenen nördlichen Radweg am Damaschkeplatz zwischen Editharing und der nordöstlichen Ringrampe nutzen und dann an den Querungshilfen in Höhe des Zentralen Omnibusbahnhofes zu Fuß auf die gegenüberliegende Straßenseite wechseln.