Magdeburg l Obwohl in Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern nur etwas mehr als 3000 Menschen leben, konnte die Gemeinde im Mai dieses Jahres mehr als 1200 Radler für den Weltrekordversuch mobilisieren - und damit 300 mehr als Magdeburg am vergangenen Sonntag. Während der Weltrekordversuch zur längsten hintereinanderfahrenden Radfahrerkette in der Landeshauptstadt die dafür nötige Teilnehmerzahl von 917 verfehlte, scheiterte der Versuch in Dömitz an den strengen Guinnessbuch-Regularien. Die Radler dort hatten teilweise zu große Lücken gelassen.

"Unterm Strich ziehen wir aber ein sehr positives Fazit", sagte die Chefin des Tourismusverbandes Irene Mihlan der Volksstimme. Doch von der Mitorganisatorin kommt auch deutliche Kritik. So habe der Tourismusverband mehr als 30 Vereine in Magdeburg und Umgebung angesprochen, sich aktiv an der Aktion zu beteiligen. "Es gab kaum Reaktionen und dabei ist Magdeburg doch so eine sportbegeisterte Stadt", sagte Mihlan. Weiterer Wermutstropfen: von den mehr als 530 Personen, die vorab per Anmeldung ihre Teilnahme zugesichert hätten, sei nicht einmal die Hälfte erschienen. "Und am Ende scheitert der Versuch an 30 Leuten", so Mihlan weiter. Auch im Magdeburger Rathaus hatte es einen Aufruf gegeben, sich an dem Versuch - der in erster Linie eine Marketingaktion für den Elberadweg sein sollte - zu beteiligen. Auch Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) radelte mit.

Sogar kostenlose Fahrradausleihen für Kurzentschlossene standen bereit, es wurden aber nicht alle Zweiräder genutzt.

Die Volksstimme erreichten unterdessen auch mehrere Nachfragen zum Ablauf der Veranstaltung. So fragten sich viele Leute, warum im Starterfeld auch Nummern jenseits der 917 vergeben wurden. "Wir hatten 1200 Startnummern. Für uns war es logistisch nicht möglich, die an den Anmeldeständen in Reihenfolge auszugeben", so Mihlan.

Unterdessen, so scherzten Besucher der Veranstaltung, hat Magdeburg einen Rekord sicher: den der längsten Bratwurstschlange. Für die mehr als 900 Besucher gab es einen Grillstand neben dem Restaurant Le Frog. "Ja, es gibt Dinge, die wir das nächste Mal besser machen können", so Mihlan zur Volksstimme. Wann und ob es ein nächstes Mal geben wird, ließ die Tourismus-Expertin allerdings offen.

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