Kein Schild, kein kleiner Hinweis - die Malerin, die die strenge Geometrie des weißen Mauerwerks hinter dem Eingang in ein farbiges Spiel verwandelt hat, hält sich zurück. Und das, obwohl hier auch ein wenig Überwindung notwendig war. Malerin Beate Schoppmann bekennt: "Das Arbeiten auf einem Gerüst gehört bestimmt nicht zu meinen Lieblingsaufgaben." Rund 3000 Steine hat sie innerhalb von zwei Wochen mit leichten, geistigen Farben versehen, hat ein offenes Konzept mit Blick auf die Weitläufigkeit der Halle umgesetzt. Außen vor blieben erdige Töne. Die einzig vordergründig erschließbare Botschaft sind die Wörter "Nichts" und "lassen". Ansonsten, sagt die Malerin, möchte sie den Betrachtern keine Vorgaben machen.

Wer zum Beispiel in der Anordnung der farbigen Steine nach Mustern, gar nach der Ordnung prismatisch gebrochenen Lichtes sucht, dürfte es schwer haben. Nur an einigen Stellen scheinen sich bestimmte Farben wie zufällig zu häufen. Die Malerin spricht von einem kompositorischen Prozess, der der Entstehung der Farbigkeit auf der Mauer zugrunde liegt.

Auch wenn die Arbeit ein wenig in den Hintergrund tritt - "es wäre schon schmerzlich, wenn es gar nicht wahrgenommen wird", sagt Beate Schoppmann. Wie zum Beweis dessen, dass sie sich darum keine Sorgen machen muss, nutzen in diesem Moment zwei junge Besucherinnen das steinige Farbenspiel als Hintergrund für ein Porträtbild. Beate Schoppmann: "Das ist vielleicht auch eine Herangehensweise!"

Im Gegensatz zu den meisten anderen Künstlern, die in der Otto-Hahn-Straße 1 ihre Arbeiten präsentieren, wird sie ihre farbige Komposition nach dem Ende der Ausstellung nicht mitnehmen können. "Vielleicht finden die künftigen Nutzer der Halle ja Gefallen. Das würde mich wirklich freuen", sagt die Malerin mit Blick auf die Vergänglichkeit eines einen Monat währenden Festivals - letzte Gelegenheit zur Besichtigung ist der 2. November.