Altstadt (kt) l Einen überraschenden Blick auf Rosa Luxemburg bietet am heutigen Dienstag, 7. Oktober, eine szenische Lesung in der Stadtbibliothek am Breiten Weg. Um 19.30 Uhr wird die Schauspielerin Hanna Petkopf (Grips-Theater Berlin) aus den Liebesbriefen der aus Polen stammenden Frau mit jüdischen Wurzeln lesen. Die Zeugnisse werden dabei von Jörg Schütrumpf kommentiert, der den Berliner Karl-Dietz-Verlag leitet und die Briefe ediert hat.

Rosa Luxemburg gehört zu den einflussreichen und zugleich schillernden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Von politischen Anhängern teils verklärt, halten sich zugleich zahlreiche Klischees, die oftmals wenig mit den historischen Begebenheiten zu tun haben: Den einen gilt die in den Wirren der Novemberrevolution von 1918/19 ermordete Autorin und Politikern als Revolutionärin - unverheiratet, und ohne Kinder. Tag und Nacht habe sie an nichts anderes als einen Umsturz gedacht. Das andere Klischee lautet, Rosa Luxemburg sei eine Männer verzehrende Megäre gewesen.

Ihre Liebesbriefe bieten Gelegenheit, diese Zerrbilder zu überprüfen und der Persönlichkeit einer unbequemen Streiterin näher zu kommen.

Hanna Petkopf und Jörg Schütrumpf sind einer Einladung der Rosa-Luxemburg-Stiftung in die Stadtbibliothek gefolgt. Ihre Lesung steht unter dem Titel "Zwischen Liebe und Zorn". Interessierten Besucher sind bei freiem Eintritt willkommen.