Magdeburg l Bei afrikanischen Stammeshäuptlingen galten sie als magisches Symbol höchster Macht und als göttliche Wesen, in denen übernatürliche Kräfte ruhten. In Kürze werden die wegen ihrer Schönheit und Seltenheit bei Trophäenjägern besonders beliebten Weißen Löwen in das Löwen-Gehege des Magdeburger Zoos ziehen.

Die Weißen Löwen galten viele Jahre als ausgestorben. Erst in den 1970er Jahren wurden Weiße Löwen in der Gegend des südafrikanischen Krüger Nationalsparkes und später im Timbavati Wildschutzgebiet gesichtet. Erst vor wenigen Jahren wurde ein Rudel Weißer Löwen in Timbavati wieder eingeführt, welches erfolgreich jagt und Jungtiere in seinem natürlichen Lebensraum aufzieht. Und auf diese Löwen geht die Linie der drei Neuen in Magdeburg zurück, berichtet Pressesprecherin Regina Jembere.

Die Magdeburger Institution übernimmt ein männliches Tier aus dem Zoo Amneville (Frankreich) namens Madiba, das am 1. Juni 2012 zur Welt kam, außerdem zwei Weibchen aus dem Zoo de Bassin d`Arcachon (Frankreich), die am 6. März 2013 geboren wurden und noch namenlos sind.

Asiatische Art passt nicht ins thematische Konzept

Grund für die Veränderung der Magdeburger Zoo-Familie ist die neue Ausrichtung nach geografischer Thematik. "Im Zuge dessen passen die Asiatischen Löwen nicht mehr in das afrikanische Areal", erläuterte Regina Jembere. Mit diesen Tieren sei zudem keine Zucht mehr möglich gewesen. Deshalb seien die Asiatischen Löwen an Zoos in Prag, Jerusalem und Edinburgh abgegeben worden, berichtete Jembere. Der letzte verließ den Magdeburger Zoo am 1. Oktober. "Weiße Löwen sind hochattraktiv und sollen den Zoo Magdeburg noch bekannter und beliebter machen", informierte sie. Die Tiere seien zudem sozialer und daher leichter dauerhaft im Rudel zu halten als manche Asiatische Löwen, fuhr Jembere fort.

Die Löwenanlage sei komplett intakt und könne unverändert genutzt werden. Umbauten seien nicht notwendig. Weiße Löwen gelten nicht als eigene Unterart, sondern bilden lediglich eine Farbvariation ihrer gelb-braunen Artgenossen.

Voraussichtlich in der nächsten Woche werden die drei Neuen ihr Domizil im Magdeburger Zoo beziehen. Nach der Eingewöhnung werden Besucher die Tiere voraussichtlich ab Sonnabend, 25. Oktober, bestaunen können, kündigte Jembere an.