Magdeburg l Nun haben die Vereinsmitglieder die Qual der Wahl! Fünf Künstler haben es mit ihren Entwürfen für ein Denkmal "Magdeburger Recht" in die engere Wahl geschafft. Am kommenden Freitag, 10. Oktober, will der künstlerische Beirat des Vereins die Entwürfe öffentlich präsentieren.

Und die Arbeiten könnten unterschiedlicher nicht sein.

Anatolij Waliev aus Kiew orientiert sich an einer Schriftrolle oder auch an einem Gesetzesblatt, dass er auf eine Stele montiert und auf dem ein Auszug aus dem Magdeburger Recht zu erkennen ist.

Volodymyr Zhuravel, ebenfalls aus Kiew, lässt bei seinem Denkmal Kinder auf einem Magdeburger Stadtplan spielen. Sie sollen Adressaten gleichermaßen wie die Vordenker des Rechts symbolisieren.

Wieland Schmiedel (Schwerin) setzte auf monumentale, klare rechteckige Formen aus Stein. Er erinnert an das Gesetz als Buch, aus dem eine Art Stuhl herausgeschnitten ist. Es könnte vielleicht ein Richterstuhl sein oder der eines Angeklagten.

Claus Bury (Frankfurt/Main) macht das Magdeburger Recht begehbar. Seine Stahl-Skulptur folgt klaren Linien und Proportionen, bekommt Beschriftungen zum Magdeburger Recht, Blumenkübel und Holzplanken zum Sitzen.

Anders der Entwurf von Axel Anklam (Berlin). Sechs Stahlstangen streben zum Himmel, darin mittig eine Art Wolke. Die Symbolik erschließt sich nicht sofort. Der Mensch, der vor der Skulptur steht, wirkt klein - gegenüber dem Gesetz.

Seit 2011 engagiert sich der Verein für eine Erinnerungskultur in Sachen Magdeburger Recht. Ein Denkmal im öffentlichen Raum soll auf die historische Tragweite eines Rechtskodexes aufmerksam machen, der ab dem Ende des Mittelalters von Magdeburg aus zusammen mit dem Sachsenspiegel Eike von Repgows das bürgerliche wie auch das Landrecht in ganz Europa für Jahrhunderte mitprägte. Wo das Denkmal stehen soll, ist noch offen, allerdings sollte es auf jeden Fall, so das Ziel des Vereins, in der Innenstadt zu finden sein. Finanziert wird das Projekt vor allem durch Spenden. Die Präsentation der Entwürfe findet am Freitag, 10. Oktober, ab 19 Uhr im Kulturhistorischen Museum statt.

Ein weiteres großes Kunstprojekt im Kontext zur Rechtsgeschichte planen die Künstler Michael Emig, Reginald Richter und Wolfgang Roßdeutscher am Platz des 17. Juni.

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