Magdeburg l Viele Menschen geben jeweils ein bisschen und erreichen gemeinsam Großes: Das ist die Idee, die hinter Crowdfunding steckt. Immer mehr Projekte werden über diese Art Finanzierung ermöglicht. Jetzt möchten die Mitglieder der Vitopia Genossenschaft im Herrenkrug mit Hilfe dieser sogenannten Schwarmfinanzierung den Traum ihres ökologischen Cafés mit biologisch erzeugten und fair gehandelten Produkten realisieren.

1302 Euro wurden bereits gespendet

Ob fünf oder 1000 Euro, wer das Café-Projekt unterstützen will, kann so viel spenden wie er will. 15000 Euro werden für Einrichtungsgegenstände sowie Tische und Stühle benötigt. Die Finanzierung dieser Gegenstände möchte die Vitopia genauso innovativ gestalten wie das Café selber und ohne Bankkredit.

Die notwendige Online-Plattform dafür stellt die Volksbank Magdeburg bereit. Das Geldinstitut hat vor rund einen halben Jahr eine eigene Crowdfunding-Plattform eingerichtet, um das individuelle Engagement in der Region zu fördern. Die Volksbank beteiligt sich dabei zusätzlich mit 10 Prozent an der Finanzierung. Das Geld stammt aus dem Spendentopf für gemeinnützige Zwecke der Bank.

"Viele Menschen haben gute Ideen, wie sie das Leben für sich und andere noch besser gestalten können. Was oft fehlt, sind die nötigen finanziellen Mittel, um diese Pläne zu verwirklichen. Unsere Lösung lautet: Viele schaffen mehr. Wenn sich Unterstützer zusammenschließen, um eine gute Idee gemeinsam umzusetzen, dann wird möglich, was vorher utopisch schien", erklärt Ulrich Schmidt von der Volksbank.

117 registrierte Nutzer der Volksbank-Plattform haben das Vitopia-Projekt bislang positiv bewertet. Bereits 19 Anhänger haben auch schon Geld überwiesen. 1302 Euro sind derzeit im Geldtopf. Als Gegenleistung erhalten die Geldgeber ein Dankeschön. Von Postkarten, einem eigenen komponierten Lied bis zur privaten Familienfeier im neuem Café kann sich jeder Förderer sein persönliches Dankeschön aussuchen.

Einen Haken hat das Projekt: Die Kampagne folgt dem Alles-oder-Nichts-Prinzip. Wenn bis zum 22. Dezember nicht genügend Geld für die Realisierung des Vitopia-Projekts zusammengekommen ist, geht die Genossenschaft leer aus und die Förderer bekommen ihr Geld zurück. Einen Plan B für die Finanzierung des notwendigen Inventars gibt es derzeit nicht, verraten Joris Spindler und Barbara Bürger von der Genossenschaft. Sie sind guter Hoffnung mit ihrer Idee die Bürger zu überzeugen.

Anfang 2015 wollen die Vitopia-Mitglieder das Café endlich eröffnen. Die Umbauarbeiten sind fast erledigt. Der bisherige Ausbau des ehemaligen Gärtnerhauses unter ökologischen Aspekten wurde zu einem großen Teil in Eigenarbeit der Mitglieder der Genossenschaft geleistet.