Magdeburg (kt) l Der tatarische Schriftsteller Ildar Abusjarow (*1975) erzählt in seinem ersten ins Deutsche übersetzten Buch "Trolleybus nach Osten", wie ein ehemaliger Krieger des Dschingis Khan sich in einer russischen Metropole niederlässt, um Literaturwissenschaften zu studieren. Dort begegnet er einem Elitefußballer, der Koranunterricht nimmt, verliebt sich in eine Frau, die leidenschaftlich Tango tanzt, und knüpft Freundschaft mit Oberleitungsbussen (Trolleybussen), die von der Wolga nach Osten fahren, um sich in der mongolischen Steppe in wilde Pferde zu verwandeln ...

Stereotypen von Russen, Deutschen und Tataren werden in rasantem Tempo ad absurdum geführt - ein tatarischer Ritt durch Metropolen und Kulturgeschichte.

Am heutigen Donnerstag (16. Oktober) ab 19 Uhr bringt Mieste Hotopp-Riecke in einer mit Musik unterlegten Lesung im Kulturzentrum Feuerwache, Halberstädter Straße 140, Ausschnitte aus Abusjarows Erzählungen zu Gehör. Hotopp-Riecke, geboren in der Altmark, ist promovierter Turkologe, gibt im In- und Ausland Vorlesungen und Seminare auf Krimtatarisch und Türkisch/Deutsch und hat über 130 Artikel und Bücher zur Literatur, Kultur, Sprache und Geschichte der Tataren veröffentlicht.

Begleitet wird seine Lesung von Furkat Niyazi (Gesang, orientalische Lauten), Ildar Kharissov (Gesang, Klavier) und Thomas Steinbach (Rahmentrommel) mit tatarischen und russischen Liedern.