Magdeburg l Die Kripo sucht fieberhaft nach dem Unbekannten, der in der Nacht zum Montag in eine Wohnung in Neu-Olvenstedt eingebrochen war und eine 51-jährige Frau vergewaltigt hatte. Mit Rücksicht auf das Opfer und die laufenden Ermittlungen gab sich die Polizei mit näheren Informationen auch gestern weitgehend bedeckt. Es werde intensiv ermittelt, hieß es.

Der Überfall gilt als besonders perfide, da der Täter sich mitten in der Nacht Zugang zur Wohnung verschaffte und dort sein Opfer überwältigte und missbrauchte. Es war aber nicht der erste Fall in Magdeburg. Zwischen dem Sommer 2000 und Oktober 2001 hatte z.B. der sogenannte Parterre-Täter alleinstehende Frauen stadtweit in Angst und Schrecken versetzt. Der damals 36-Jährige war in mindestens fünf Fällen ebenfalls nachts in Parterrewohnungen eingestiegen und hatte Frauen im Alter von 22 bis 51 Jahren zum Sex gezwungen. Er bedrohte seine Opfer zumeist mit einem Messer und erpresste von ihnen EC-Karten mit Geheimnummern. Damit hob er später Bargeld am Automaten ab. Erst drei Jahre später war der wegen Einbruchsdiebstählen vorbestrafte Täter den Ermittlern durch einen DNA-Vergleich ins Netz gegangen und als Vergewaltiger überführt worden. Er musste sich vor Gericht verantworten und sitzt noch hinter Gittern. Damit scheidet er diesmal als Täter aus.

In Magdeburg wurden in diesem Jahr bisher 24 Frauen Opfer einer Vergewaltigung bzw. sexueller Nötigung. Davon konnten 22 Fälle aufgeklärt werden. Ähnlich sah es im Jahr zuvor aus. 2013 wurden 27 Fälle von Vergewaltigung und sexueller Nötigung angezeigt - 23 konnten geklärt werden. Im Jahr davor, also 2012, waren es 25 Fälle, von denen 23 aufgeklärt wurden. Die genannten Zahlen beinhalten aber z.B. auch zahlreiche Beziehungstaten oder Taten innerhalb der Familie. Einen Einbruch und Vergewaltigung in einer Wohnung wie zu Wochenbeginn hat es aber mehrere Jahre schon nicht gegeben.

Die brutale Tat sorgt allenthalben für Diskussionsstoff. Grundlegende Sicherheitsvorkehrungen können helfen, mutmaßlichen Tätern schon vorher das Handwerk zu legen. Der Parterre-Täter war seinerzeit zum Beispiel auch durch angeklappte Türen und Fenster in die Häuser bzw. Wohnungen eingedrungen. "Im Grunde gelten die Regeln wie beim normalen Einbruchsschutz", sagt Polizeisprecher Marc Becher. Wer auch nachts auf Nummer sicher gehen und Eindringlinge fernhalten will, sollte Fenster und Türen sicher schließen. Dazu gehören zum Beispiel auch abschließbare Fenstergriffe, Türverriegelungen und selbst einfache Alarmvorrichtungen. Lauter Alarm schlägt Täter fast immer in die Flucht, so die Erfahrung. Auch heruntergelassene Rollläden oder geschlossene Vorhänge helfen in der Dunkelheit vor ungebetenen Blicken in die privaten Wohnbereiche.

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