Magdeburg l Weil "Verfügungsfonds" als Wortungetüm doch recht sperrig ist und nicht jeder sofort weiß, was es damit auf sich hat, freut sich Sebastian Essig vom Neustädter Geschäftsstraßenmanagement, nun ganz praktisch zeigen zu können, was man mit dem Geld daraus anstellen kann. Denn die ersten Projekte aus diesem vom Bundesprogramm "Aktive Stadt- und Ortsteilzentren" gefüllten Fördertopf konnten jetzt umgesetzt werden.

Bereits seit einigen Wochen erstrahlt die Fassade des früheren Elektrofachgeschäfts in der Moritzstraße in freundlichen Farben. Verschwunden sind die Graffiti, die seit dem Auszug des Ladens immer mehr geworden waren. Inzwischen ist dort eine Gardinenmaßanfertigung zu finden. Den Außenanstrich ließ sich der Hauseigentümer zu 50 Prozent aus dem Verfügungsfonds finanzieren. "Das ist ein klassisches Städtebauprojekt", sagt Sebastian Essig, "weil es sich um eine Investition in die Verschönerung einer Geschäftsstraße handelt."

Seit vorvergangener Woche haben es die älteren Besucher der Vorträge der Magdeburger Urania leichter, in das Haus am Nicolaiplatz zu gelangen. Ein seit langem von ihnen gewünschter Handlauf konnte dank der Unterstützung aus dem Fonds jetzt angebracht werden.

Leerstand wurde beseitigt

Am vergangenen Sonnabend eröffnete Alice Pechauf am Moritzplatz ihr Kursstudio für Mütter und Babys. Die Kosten für die Farbe an den Wänden, den Bodenbelag im Übungsraum und die großflächigen Klebefolien an den Scheiben wurden gleichfalls zu 50 Prozent bezuschusst. "Dieses Projekt war förderfähig, weil damit ein langjähriger Leerstand beseitigt werden konnte", erklärt Sebastian Essig. Für Alice Pechauf ist der Fonds eine gute Idee, weil sie damit gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen konnte. Zum einen wurde ihr der Einstieg in ihre neue Beschäftigung erleichtert, zum anderen "weil man das eigene Lebensumfeld auch für andere aufwerten kann".

Sie war eigentlich in das "Neustadt Aktiv"-Büro gekommen, um Hilfe bei der Suche nach einem geeigneten Raum zu bekommen. Als Sebastian Essig ihr eröffnete, "dass man auch mehr machen kann", hat sie nicht gezögert. 2500 Euro erhielt sie aus dem Fördertopf, die Obergrenze für ein Einzelprojekt liegt bei 5000 Euro, erklärt Sebastian Essig. Für das aktuelle Programmjahr stünden noch 6500 Euro zur Verfügung.

Anträge für 2014 möglich

"Wenn sich jemand jetzt noch bei uns meldet, kann das jeweilige Projekt, so es denn förderfähig ist, noch dieses Jahr unterstützt werden", erklärt er weiter. Ob der Antrag bewilligt wird, entscheidet ein Gremium, in dem Leute aus Neustadt sitzen. Das nächste Projekt wird Anfang November umgesetzt, dann werden Baumscheiben in der Moritzstraße neubepflanzt.

Wer sich für Mittel aus dem Verfügungsfonds bewerben will, kann sich heute von 14 bis 16 Uhr im "Neustadt Aktiv"-Büro, Nicolaiplatz 1, informieren.

Kontakt unter Telefon0391/ 59 09 90 97 oder E-Mail an info@neustadt-aktiv.de.

 

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